31. August 2015

Multimedikation

Medikamentenmix – geballte Gefahr von Wechselwirkungen

© von Lieres – Fotolia.com
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Herzprobleme, Magenschmerzen, Gelenkbeschwerden und dazu noch Diabetes: Wer tagtäglich und regelmäßig mehrere Medikamente zu sich nimmt, muss nicht nur mit unerwünschten Wirkungen rechnen, sondern auch mit den Wechselwirkungen der Arzneiwirkstoffe. Multimedikation ist besonders bei älteren Menschen häufig. Gute PillenSchlechte Pillen empfiehlt daher, Medikamentenpläne regelmäßig vom Hausarzt überprüfen zu lassen.

Mit steigendem Alter nehmen die körperlichen Beschwerden und typischen Erkrankungen zu – und der Pillenberg wächst stetig. Wer sich häufig müde, schlapp und benommen fühlt oder von Übelkeit und Verstopfungen geplagt wird, „brütet“ nicht unbedingt eine weitere Krankheit aus, sondern kann möglicherweise einfach die Arzneimixtur nicht gut vertragen. Darum ist es wichtig, dass Hausärzte oder Hausärztinnen sich von Zeit zu Zeit den Medikamentenplan ihrer Patienten vornehmen. Dazu gehören auch die Medikamente, die von Fachärzten verordnet wurden. Ebenso sollte der Arzt über frei verkäufliche Mittel informiert sein, die man in Eigenregie nimmt. Denn manche Nahrungsergänzungsmittel können den Mix noch gefahrvoller machen.

Oft lassen sich durch diesen Check Wechselwirkungen entschärfen oder Nebenwirkungen vermeiden: So manche unverträglichen Medikamente können durch besser passende ersetzt oder einfach weggelassen werden. Unterstützt werden Ärzte gerade bei älteren Patienten dabei von der sogenannten PRISCUS-Liste, die entsprechende Austauschmedikamente vorschlägt.

GPSP-Tipp:

Vereinbaren Sie mindestens 1 x im Jahr einen Medikamentencheck mit Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin. Und besprechen Sie, welche Mittel wirklich notwendig sind.

Notieren Sie vorher in einer Liste alle verordneten Arzneimittel (Tabletten, Pulver, Salben usw.), auch solche, die Ihnen von Fachärzten verordnet wurden.

Vergessen Sie auf dieser Liste nicht, sämtliche selbst gekauften Präparate aus Apotheke, Drogerie oder Internet zu erwähnen.

Über die möglichen Wechselwirkungen Ihrer Medikamente kann Sie auch die Apotheke informieren.

Mehr dazu im GPSP Heft 5/2015


  • Keine gute Idee

    Die Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke als sogenanntes Screening – also ohne dass irgendwelche

  • Leserbriefe:

    Ich beziehe seit mehreren Jahren Ihre Zeitschrift „Gute Pillen – schlechte Pillen“, und ich möchte nun das

  • Werbung – Aufgepasst!

    Den Speck „Einfach, schnell, dauerhaft und gesund“ loswerden. Und noch besser: Refigura® soll das

  • Einschränkungen für gängige Antibiotika

    Ob Blasenentzündung oder Bronchitis – zu oft landen Antibiotika aus der Gruppe der Fluorchinolone auf dem

  • Kein Kraut gewachsen

    Die Werbung hört sich großartig an: Die homöopathischen Tropfen Glycowohl® sollen gegen

  • Das Erbe von Contergan

    Anfang der 1960er Jahre erschütterte die Contergan-Katastrophe das Vertrauen in Arzneimittel. Das als

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