27. März 2017

Mehr unverzerrtes Wissen

Fortbildung für Ärzte in der Hand von Pharmafirmen

© crystal710/ pixabay.com
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Als Patient erwartet man von seinem Arzt oder seiner Ärztin, dass sie auf dem aktuellen Wissensstand sind. Deshalb müssen sie sich regelmäßig fortbilden. Viele medizinische Fortbildungsveranstaltungen sind allerdings von der Pharma­industrie finanziert. Mit Gisela Schott von der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) haben wir über die Folgen für das ärztliche Wissen und für die Patienten gesprochen.

GPSP: Wie konkret wissen wir, welcher Anteil der ärztlichen Fortbildung durch die Industrie gesponsert wird?

Gisela Schott: Genaue Werte gibt es für Deutschland nicht. Schätzungsweise sind 60 bis 70 Prozent aller Fortbildungsveranstaltungen für Ärzte zu Arzneimitteln oder Medizinprodukten von der Industrie zumindest mitfinanziert. Zahlen aus Österreich sind in diesem Zusammenhang sehr aufschlussreich:1 Danach unterscheidet sich das Sponsoring je nach Fachrichtung sehr stark. Besonders hoch ist der Anteil in der Rheumatologie, in der Endokrinologie – wo es etwa um Diabetes oder Schilddrüsenerkrankungen geht – und in der Hämato-Onkologie mit dem Fokus auf Blut- und Krebserkrankungen. Das liegt möglicherweise daran, dass hier besonders hochpreisige Arzneimittel verordnet werden.

Dort ist also der Gewinn besonders hoch, und es lohnt sich für die Firmen. Aber warum ist pharmagesponserte Fortbildung problematisch?

Die Hersteller von Arzneimitteln oder Medizinprodukten unterstützen Veranstaltungen finanziell, um Ärzte zu beeinflussen, sonst würden sie es nicht machen. Sie wollen ihre Produkte vermehrt absetzen und finden dazu auch Mittel und Wege.

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