11. November 2013

Malariamittel in der Kritik

Vorbeugen mit Lariam® ist out

gpsp
© GPSP J. Schaaber

 

In den 1970er Jahren entwickelte das US-amerikanische Militär den Wirkstoff Mefloquin. Anschließend vermarktete der Roche-Konzern diesen als Lariam® zur Vorbeugung und Behandlung der Malaria. Er fand weltweit rasch Verbreitung, zumal in einigen Ländern Resistenzen gegen bisher übliche Malariamittel zunahmen – das heißt, manchem Erreger der Malaria konnten die „alten“ Mittel nichts mehr anhaben. Außerdem ist die nur einmal wöchentliche Einnahme von Mefloquin zur Vorbeugung bequem. Aber die Risiken des Mittels sind hoch.

Bereits in den ersten klinischen Studien waren unerwünschte Wirkungen wie Schwindel und Verwirrtheit aufgefallen. Und in den Folgejahren wurde immer deutlicher, wie stark Mefloquin Nervensystem und Psyche beeinträchtigen kann (GPSP 4/2011, S. 8, 3/2013, S. 10). Sehr häufig kommen Albträume und Schlafstörungen vor. Häufig leiden Menschen, die sich mit Mefloquin vor Malaria schützen wollen, unter Angst, Depression, Schwindel oder Kopfschmerzen bei ihrem Tropenaufenthalt. Sogar mit Halluzinationen, Panik, Psychose und Selbstmordgedanken muss gerechnet werden.

Mehr dazu im GPSP Heft 6/2013

Quellen
1 arznei-telegramm® (2002) 33, S. 89
2 Roche (2013) Rote-Hand-Brief, Sept.
3 arznei-telegramm® (2013) 44, S. 72
4 arznei-telegramm® (2013) 44, S. 84
5 Washington Post (2013) Green Berets, other elite Army forces ordered to stop taking anti-malarial drug mefloquine. 19. Sept.
6 Owen J (2013) The Lariam Scandal: Former head of army calls for ban on malaria drug. The Independent, 27. Sept. www.independent.co.uk/news/uk/home-news/the-lariam-scandal-former-head-of-army-calls-for-ban-on-malaria-drug-8845172.html
7 Bundesministerium der Verteidigung: Antwort auf eine Anfrage von Kathrin Vogler MdB (Die Linke), 20. Sept. 2013


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Ausgabe 2021/04




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