22. April 2014

Lapacho-Tee

Baumrinde aus dem Regenwald

Lapacho-Tee
© Sergey Sukhorukov – Fotolia.com

Lapacho-Tee ist ein traditionelles Heilmittel südamerikanischer Indianer. Lapacho ist ­Bestandteil unterschiedlicher Teemischungen, die in unseren Supermärkten angeboten werden. Der Tee soll gut schmecken und gegen verschiedene Krankheiten helfen – und sogar Krebs heilen, behaupten Internetseiten. Solche Versprechungen sind ein Beispiel dafür, wie Anbieter1 mit exotischen Zutaten falsche Hoffnungen wecken.

Lapacho und Taheebo sind umgangssprachliche Bezeichnungen für mehrere südamerikanische Baumarten. Für Lapacho-Tee wird die Innenrinde (Bastrinde) der Bäume verwendet.2

Als in den 1960er Jahren die brasilianische Presse über angebliche Erfolge in der Krebsbehandlung berichtete, begannen US-amerikanische Forscher die pharmazeutischen Eigenschaften zu untersuchen.3 Der Inhaltsstoff Lapachol schien zunächst als Krebsmittel vielversprechend – allerdings stellte sich heraus, dass Lapachol die Blutgerinnung hemmt und somit das Risiko von Blutungen steigert.


Mehr dazu im GPSP Heft 2/2014


Quellen
1    www.lapacho-tee.net (Zugriff 6.1.2014)
2    Verschiedene Gattungsbezeichnungen: Handroanthus sp. syn. Tabebuia sp. aus der Familie der Trompetenbaum-Gewächse
3    Gómez CJR u.a. (2009) Red Lapacho (Tabuia impetiginosa) – global ethnopharmaceutical commodity? J Ethnopharmacol;121, S. 1
4    www.kraeuterhaus.de (Abruf 20.1.2014)
5    EFSA (2010) EFSA Journal; 8, S. 1489
6     Tabebuia avellanedae bzw. Handroanthos impetiginosa
7    American Cancer Society (2013) Pau d‘arco http://qr.cx/khES  (Abruf 19.2.2014)
8    Awang DVC (1988) Commercial Taheebo Lacks Active Ingredient. Can Pharma J; 121, S. 323


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