6. Februar 2013

Honig: Lebensmittel und Medizin?

Honig ist nicht nur ein Lebensmittel, sondern macht auch als traditionelles Arzneimittel von sich reden.

© GPSP

Honig ist nicht nur ein Lebensmittel, sondern macht auch als traditionelles Arzneimittel von sich reden. Die Naturheilkunde setzt dabei auf eine Vielzahl von Inhaltsstoffen. Hält die Tradition einer wissenschaftlichen Prüfung stand? Die Zeitschrift Gute PillenSchlechte Pillen hat die verfügbare wissenschaftliche Literatur ausgewertet.


Obwohl die medizinische Anwendung von Honig eine lange Tradition hat, sind seine Wirkungen wissenschaftlich nicht gut untersucht. Die Studien sind meist von sehr geringer Aussagekraft, da sie beispielsweise zu wenige Menschen einbeziehen und oft ein Vergleich mit einem Placebo oder einem Medikament fehlt.

Nach heutigem Wissensstand kann ein täglicher Honigkonsum Krankheiten nicht vorbeugen. Und selbst wenn Honig theoretisch bei einer Krankheit hilfreich sein könnte, sind medizinisch gesicherte Behandlungen vorzuziehen.

„Von Selbstversuchen, etwa bei Krebs, Herz-Kreislauf-Krankheiten oder Diabetes, ist unbedingt abzuraten“, warnt Christian Wagner-Ahlfs, Chefredakteur von Gute PillenSchlechte Pillen.

Relativ viele Untersuchungen gibt es zur Wundbehandlung. Die Ergebnisse enttäuschen: Bei Verbrennungen lässt sich nicht klar erkennen, ob Honig die Heilung unterstützt. Und die Behandlung chronischer Wunden, etwa als Folge einer Stoffwechselstörung, gehört in die Hände erfahrener Fachleute.

Warme Milch mit Honig ist ein beliebtes Hausmittel, etwa bei Husten. Dagegen ist nichts einzuwenden, auch wenn die wissenschaftliche Datenlage zum medizinischen Nutzen mager ist.

Lippenherpes heilt durch Honig nicht schneller ab, eine Erkenntnis, die übrigens auch für alle marktüblichen Arzneimittel gegen Herpes zutrifft. „Honig ist ein traditionelles Hausmittel gegen alltägliche Beschwerden“, so Christian Wagner-Ahlfs, der als Hobbyimker mehrere Bienenvölker besitzt. „Die wissenschaftlichen Beweise für die Wirkung von Honig als Medizin reichen aber nicht aus.“

Weitere Informationen im ausführlichen Artikel aus GPSP Heft 1/2013:
https://gutepillen-schlechtepillen.de/pages/archiv/jahrgang-2013/nr.-1-jan.feb.-2013/honig-lebensmittel-und-medizin.php

Diese Pressemitteilung im Internet:
https://gutepillen-schlechtepillen.de/pages/presse/pressemitteilungen.php



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