16. Juni 2014

Gepanschtes

Grenzenlose Unverfrorenheit

 
© Alex White/ fotolia.com

Die Unverfrorenheit, mit der für manche Nahrungsergänzungsmittel geworben wird, ist schier grenzenlos. Für das Produkt Rivando24, das die Potenz steigern soll, schreibt der Anbieter im Internet: Das Produkt habe „eine 14-monatige Entwicklungszeit hinter sich … in dieser Zeit wurden nicht nur Gutachten … in Auftrag gegeben, sondern vor allem getestet, gestestet und noch mal getestet, um die richtige Kombination von Verträglichkeit und Wirkung zu erzielen.“ Gutachten sollen die Reinheit des Produktes belegen.

Das Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker sieht dies anders. Dort fand man kürzlich in Rivando24 den Viagra®-Wirkstoff Sildenafil – und zwar 65 bis 90 Milligramm pro Kapsel. Dass eine solche Dosis für Menschen gefährlich ist, die Medikamente wie Sildenafil meiden müssen, beispielsweise weil sie bestimmte Herzmedikamente einnehmen, haben wir in dieser Rubrik schon mehrfach erwähnt. Eine solche Kombination mit einem verschreibungspflichtigen Mittel kann lebensbedrohlichen Blutdruckabfall zur Folge haben. Das heimtückische ist jedoch, dass gerade Männer, die aus medizinischen Gründen chemische Erektionsförderer meiden müssen, häufig auf pflanzliche Produkte ausweichen. Der Vertrieb von Produkten, die als pflanzlich beworben werden, aber mit chemischen Erektionsförderern gepanscht sind, gefährdet ahnungslose Anwender. Er ist schlichtweg kriminell.


Mehr dazu im GPSP Heft 3/2014 


  • Bange machen gilt nicht

    Werdende Mütter möchten gerne alles richtig machen. Da hakt sich die Werbung gerne „hilfreich“ ein und dehnt die

  • Wenn Argumente nicht überzeugen

    Bei einer Herzschwäche – auch Herzinsuffizienz genannt – ist eine konsequente medikamentöse Therapie

  • Drei Fragen zu Gesundheits- und Medizin-Apps

    Ersetzen Gesundheits- und Medizin-Apps auf dem Smartphone demnächst den Arztbesuch? Das suggerieren

  • Nachgefragt:

    Jeder möchte gesund sein und lange leben. Eine Möglichkeit scheint zu sein, sich vorteilhaft zu ernähren.

  • Keine gute Idee

    Die Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke als sogenanntes Screening – also ohne dass irgendwelche

  • Leserbriefe:

    Ich beziehe seit mehreren Jahren Ihre Zeitschrift „Gute Pillen – schlechte Pillen“, und ich möchte nun das

GEPANSCHTES

Gepanschtes-Button-B272px

Heft-Archiv


Ausgabe 2019/05




AKTION

AKTION 1000 neue Abonnenten

Spenden

Unsere Informationen gefallen Ihnen?
SpendenWenn Sie Gute Pillen – Schlechte Pillen mit einer Spende unterstützen, hilft uns das, unabhängig und werbefrei zu sein. GPSP ist gemeinnützig. Spenden sind steuerlich absetzbar: Spendenportal.de