14. September 2015

Gepanschtes:

Behörde deckt kriminelle Panscher

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Das ist besorgniserregend – und gefährlich: Drei von vier überprüften Nahrungsergänzungsmitteln, die als Schlankheitsmittel propagiert werden, enthalten Wirkstoffe, die nicht auf der Verpackung stehen. Dies stellte das Schweizerische Heilmittelinstitut swissmedic fest als es 61 Produkte überprüfte, die überwiegend aus Fernost kamen. Aber wie die riskanten Mittel heißen, verschweigt sie.

In einem Kaffeegetränk entdeckten die Fahnder sogar 45 mg Sibutramin pro Kaffeebeutel – „eine lebensgefährliche Dosis“, so swissmedic.1 Der Grund: 45 mg ist die dreifache Menge der (früheren) maximalen Tagesdosis eines Mittels gegen Übergewicht (Reductil®), das wegen seiner Schädlichkeit aber seit Jahren verboten ist. Auch das ist besorgniserregend: Die schweizerische Behörde stellt zwar fest, dass solche Mittel, die meist auf dem Postweg ins Haus kommen, eine Gefahr für das Leben der Anwender bedeuten. Jedoch nennt sie – wie bei den übrigen der Panscherei überführten Produkte – keine Namen, auch nicht den Namen des als „lebensgefährlich“ eingestuften Kaffeegetränks. GPSP sieht darin einen eklatanten Verstoß gegen die Grundprinzipien des Verbraucherschutzes. Die Behörde schützt durch ihr Schweigen die Verkaufsinteressen krimineller Anbieter. Wer das Kaffeepulver und ähnliche Produkte bereits bestellt oder zu Hause hat, bekommt keine Chance, die Ware als lebensgefährlich zu erkennen (und zu entsorgen).


Mehr dazu im GPSP Heft 5/2015


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