3. August 2015

Gepanschtes

Verlogene Deklaration täuscht Behörden und Käufer

Extrakte aus Blättern von Acacia rigidula sind in zahlreichen Nahrungsergänzungsmitteln enthalten. Sie stammen von einem Busch – aus der Gruppe der Akazien –, der in Mexiko und Texas verbreitet ist. In der traditionellen Medizin sind diese Extrakte nicht gebräuchlich.1 Aber ihre bekanntermaßen stimulierenden Inhaltsstoffe werden neuerdings auch bei uns zum Abnehmen propagiert, beispielsweise als „Fatburner“. Außerdem sollen sie die geistige oder körperliche Leistungsfähigkeit steigern können.

Vor zwei Jahren wurde in Labors der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA in Nahrungsergänzungsmitteln, die laut Deklaration auf der Packung Acacia rigidula enthalten, auch der Stoff BMPEA entdeckt (= βMePEA; Abkürzungen für beta-Methylphenylethylamin). Diese stimulierend wirkende Chemikalie ist dem Amphetamin chemisch nah verwandt. Solche Stimulanzien werden von der Weltdopingagentur als Dopingmittel eingestuft. Auf den meisten der Packungen ist BMPEA jedoch gar nicht deklariert, sondern nur der Akazienextrakt. Und auf einigen Packungen wird der Eindruck erweckt, bei BMPEA handele es sich um eine andere Bezeichnung für diesen Pflanzenextrakt. Beides ist irreführend: BMPEA stammt ausschließlich aus Chemielaboren.

Mehr dazu im GPSP Heft 4/2015


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