28. April 2014

„Alt“ heißt nicht automatisch out

Neue Heftrubrik: Gute alte Pillen

© nikolae/ fotolia.com

Eine eigene Rubrik für altbewährte Arzneimittel statt für Innovationen aus der Pharmabranche? Auf den ersten Blick mag das verstaubt anmuten. Doch so manch „betagtes“ Medikament wurde bisher nicht durch jüngere getoppt. Wir stellen künftig gutes Althergebrachtes vor und eröffnen in der aktuell erschienenen GPSP-Ausgabe (3/2014) diese Reihe mit den Thiazid-Diuretika. Diese Mittel sind seit den 1950er Jahren im Handel und helfen gegen Bluthochdruck und dessen Folgeschäden. Eine große, anspruchsvolle Studie konnte dies belegen.

Vor gut einem halben Jahrhundert gelangten sie auf den Markt: Thiazid-Diuretika. Wirkstoffe wie zum Beispiel Hydrochlorothiazid und Chlortalidon sind harntreibende Medikamente. Komplizierte Namen, effektive Therapie: Diese Arzneimittel senken krankhaft erhöhten Blutdruck, helfen bei Herzschwäche (Herzinsuffizienz) und können vor Schlaganfall schützen.

Gut belegt ist dies durch die bislang größte klinische Untersuchung zur Bluthochdruckbehandlung – die ALLHAT-Studie, an der zwischen 1994 und 2002 immerhin 40.000 Patientinnen und Patienten beteiligt waren. Sie nahmen entweder das „alte“ Chlortalidon ein oder einen von drei „moderneren“ Blutdrucksenkern. Das „alte“ Chlortalidon ging als Sieger hervor.

Natürlich bewahren auch zahlreiche andere Mittel Patientinnen und Patienten vor Folgeschäden des Bluthochdrucks. Aber dass das älteste und daher auch sehr preiswerte Thiazid-Diuretikum in dieser Studie die Nase vorn hatte, war für viele überraschend. Es ist und bleibt für viele Bluthochdruckkranke das Mittel der Wahl.

Den GPSP-Originalartikel mit ausführlichen Informationen zur ALLHAT-Studie finden Sie hier https://gutepillen-schlechtepillen.de/pages/archiv/jahrgang-2014/nr.-3-maijuni-2014/gute-alte-pillen-warum-alt-manchmal-besser-ist—diuretika-gegen-bluthochdruck.php


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Ausgabe 2020/03




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