4. Dezember 2014

Wenn die Prostata wächst

Probleme beim Wasserlassen sind lästig. Ursache ist meist eine gutartig vergrößerte Prostata (Vorsteherdrüse). Und die „Altersprostata“ nervt fast jeden zweiten Mann über sechzig mehr oder minder stark. Dann ist der Harnstrahl zu schwach, es tröpfelt nach und das Gefühl der vollen Blase bleibt bestehen. Meist geht es nicht mehr ohne nächtliche Toilettengänge und ein erholsamer Schlaf bleibt auf der Strecke. Manchmal hilft es schon, abends weniger zu trinken – und dafür tagsüber mehr. Auf jeden Fall sollte ein Urologe befragt werden.

Wenn die Prostata wächst

Beschwerden richtig einschätzen und lindern

© tsuppyinny – Fotolia.com

Probleme beim Wasserlassen sind lästig. Ursache ist meist eine gutartig vergrößerte Prostata (Vorsteherdrüse). Und die „Altersprostata“ nervt fast jeden zweiten Mann über sechzig mehr oder minder stark. Dann ist der Harnstrahl zu schwach, es tröpfelt nach und das Gefühl der vollen Blase bleibt bestehen. Meist geht es nicht mehr ohne nächtliche Toilettengänge und ein erholsamer Schlaf bleibt auf der Strecke. Manchmal hilft es schon, abends weniger zu trinken – und dafür tagsüber mehr. Auf jeden Fall sollte ein Urologe befragt werden.


Männer neigen dazu, das Thema Prostatabeschwerden zu verdrängen. Manche versuchen, ihr Problem mit selbst bezahlten pflanzlichen Prostataprodukten zu beheben – wie etwa mit einem Extrakt aus der Sägepalmenfrucht (GPSP 6/2011, S. 6). Besser ist es jedoch, der Sache auf den Grund zu gehen und eine urologische Arztpraxis aufzusuchen. Dort wird bei der Erstuntersuchung stets geprüft, ob Beschwerden durch ein altersabhängiges Wachstum der Prostata oder einen bösartigen Tumor zu erklären sind. Letzteres ist die Ausnahme. Bei Prostataproblemen wird immer auch abgefragt, wie lästig und gravierend die Blasenentleerungsstörungen sind (IPSS-Fragebogen), denn das ist für die Art der individuellen Therapie bedeutsam.

Weitere Untersuchungen und Messungen helfen zu klären, ob eine Operation ratsam ist, bei der die Prostata verkleinert wird. Wann ein solcher Eingriff nötig ist, steht in den gerade erschienenen „Leitlinien der deutschen Urologen zur Diagnose und Therapie der gutartigen Prostatavergrößerung“. Den meisten Patienten können Ärzte aber schon im Vorfeld mit Medikamenten helfen. Manche wirken binnen weniger Tage, erniedrigen aber auch den Blutdruck (Alphablocker), andere (5-Alphareduktasehemmer) sorgen länger dafür, dass die Prostata nicht weiter wächst, sondern sogar kleiner wird. Das bekannte Finasterid aus dieser Gruppe kann manchmal jedoch die sexuelle Potenz mindern.

GPSP-Tipp:

Trinken: Trinken Sie abends weniger und verzichten Sie auf Ihr Bier. Tagsüber sollten Sie dementsprechend mehr trinken – jedoch möglichst wenig Kaffee.

Pflanzliche Produkte: Geben Sie kein Geld für Mittel aus, die nicht helfen. Manchmal erscheinen sie anfangs zu nützen, aber beobachten Sie die Entwicklung der Beschwerden sorgfältig.

Medikamente: Wenn Sie abends ein entwässerndes Medikament gegen Bluthochdruck einnehmen, können Sie versuchen, es in Abstimmung mit Ihrem Hausarzt zu ersetzen.

Weitere Details zu einer urologischen Prostatauntersuchung finden Sie in unserem Interview mit Prof. Dr. Kurt Dreikorn:https://gutepillen-schlechtepillen.de/pages/archiv/jahrgang-2014/nr.-6-nov.dez.-2014/nachgefragt-vor-allem-der-leidensdruck-zaehlt–.php



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