Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2016 / 06 S. 14a

Kurz und knapp:

Kopfschmerz: durch Schmerztabletten

© Byrke Lou Brüser
© Byrke Lou Brüser

Kopfschmerzen sind oft unerträglich und man ist versucht, rasch zur Tablette zu greifen. Wenn das zu häufig geschieht, können genau daraus Kopfschmerzen entstehen. Die sind dann am ehesten durch einen abrupten Entzug des Schmerzmittels zu behandeln. Das gilt für alle Wirkstoffe, die mit und ohne Rezept genommen werden – mit Ausnahme der Opioide, bei denen ein langsames Ausschleichen nötig ist.1

Am häufigsten leiden Menschen unter Spannungskopfschmerzen, bei denen zwar Entspannungstechniken, Ausdauertraining und andere medikamentenfreie Verfahren helfen können, aber der Griff zur Tablette das gängigste ist. Werden Präparate mit ASS, Paracetamol oder Ibuprofen aber an mehr als 15 Tagen im Monat genommen, müssen Ärzte bedenken, dass die ständigen Kopfschmerzen, über die der Patient oder die Patientin klagt, durch eine zu häufige Einnahme der Schmerzmittel entstanden sein können. Bei Migränepatienten kommt das besonders häufig vor und führt manchmal dazu, dass täglich Migräneattacken auftreten, also chronisch werden. Wird an zehn Tagen im Monat beispielsweise ein Triptan wie Sumatriptan eingenommen, spricht das bereits für einen gefährlichen Übergebrauch.

Ein Schmerzmittelentzug dauert meist wenige Tage und kann außer Kopfschmerzen auch Übelkeit, Nervosität und Schlafstörungen hervorrufen. Gleichzeitig wird der Arzt oder die Ärztin nach den eigentlichen Auslösern der Kopfschmerzen fahnden, um diese wenn möglich gezielt zu behandeln und mit dem Patienten zu besprechen, wie er vorbeugen kann. Vor allem bei Migräne ist es wichtig, sich zu schonen und bereits dann das passende Medikament zu nehmen, wenn man erste Anzeichen wahrnimmt. Aber eben nicht zu oft.

1    Arzneiverordnung in der Praxis (2016) Pharmakotherapie häufiger Kopfschmerzsyndrome; 43, S. 174


Der Stand der Informationen entspricht dem Erscheinungsdatum des Hefts.

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