Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2007 / 02 S. 10

Der aktuelle Preisvergleich

„Pille“ mit Östrogen und Levonorgestrel

Die „Pille“ gibt es nur auf Rezept und sie muss meist selbst bezahlt werden. Die gesetzlichen Kassen zahlen bis zur Vollendung des 20. Lebensjahres. Wir vergleichen die Kosten von Präparaten, die das Östrogen Ethinylestradiol und das Gestagen Levonorgestrel enthalten.

StalaknitenLevonorgestrel ist ein bewährtes Gestagen, das seltener als die neueren Abkömmlinge Verschlüsse von Blutgefäßen durch Blutgerinnsel auslösen kann. Solche unerwünschten Wirkungen sind insgesamt sehr selten, aber lebensbedrohlich (vgl. S.6).

In der Tabelle vergleichen wir die Kosten jeweils bezogen auf eine Dreimonatspackung mit 63 Dragees oder Tabletten. Die so genannten Dreierpackungen werden am häufigsten verkauft. Bezogen auf die monatlichen Kosten sind aber die ebenfalls angebotenen Sechserpackungen insgesamt preisgünstiger.

Beim Vergleich der in der Tabelle genannten Preise fällt auf, dass sowohl die am niedrigsten dosierten Präparate wie Leios® (30,13 €, 172%) als auch die am höchsten dosierten Präparate (Gravistat® 125: 31,63 €, 181%) am teuersten sind. Am kostengünstigsten ist Femigyne-Ratiopharm® (17,49 €, 100%).

Das Schering-Präparat Microgynon® gibt es auch von verschiedenen Reimporteuren. Dabei handelt es sich um für das Ausland bestimmte Ware, die nach Deutschland zurück importiert wird. Die Listenpreise liegen pro Dreierpackung zwischen 17,04 € (Import von Bestphago) und 18,43 € (Import von Emra-Med). Die Kosten von Microgynon® lassen sich somit um bis zu 22% verringern. Es ist aber nicht immer gewährleistet, dass preisgünstige Re­importe rasch lieferbar sind.


Preisvergleich GPSP 2007,02


Mineralienmangel

Importierte Panikmache

Ein gewisser Dr. Stockwell führt nahezu alle Leiden der Welt auf eine einzige Ursache zurück: den angeblichen Mangel an Mineralien. Einige Hersteller von Mineralprodukten bewerben ihre Mittel mit dem Verweis auf einen Vortrag dieses US-amerikanischen Arztes.1

Die Nahrung decke den Bedarf nicht, zudem könnten die enthaltenen Mineralien und Vitamine meist gar nicht vom Körper aufgenommen werden. Stockwell behauptet, die einzige Lösung hierfür gefunden zu haben – nämlich seine Präparate. Solche Behauptungen sind Panikmache. Sie dienen ausschließlich dazu, die Verkaufszahlen unnötiger Produkte in die Höhe zu treiben. Wer sich ausgewogen und vielseitig ernährt, versorgt den Körper in der Regel mit allen nötigen Stoffen. In Obst, Gemüse und Getreide liegen die Inhaltsstoffe in einer Form vor, die der Organismus nutzen kann. Wer dennoch eine Mangelversorgung befürchtet, sollte dies von einem Arzt untersuchen lassen. Der kann dann im begründeten Fall (z.B. bei Muskelkrämpfen, Zungenbrennen, Herzrhythmusstörungen) ein geeignetes Präparat verordnen.


Quelle
1    Der Vortrag findet sich in deutscher Übersetzung an mehreren Stellen im Internet, z.B.
      www.go-natural.de/aktuell.htm (Abruf am 15.3.2007)


Der Stand der Informationen entspricht dem Erscheinungsdatum des Hefts.

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