Ausgabe Nr. 6 November/ Dezember 2020

Liebe Leserin, lieber Leser,
häufig kommen wir in unseren Beiträgen zu dem Schluss: Neu ist nicht immer besser – seien es neue Medikamente oder neue Technologien.
Aus aktuellem Anlass: Italien fühlt Pharmaindustrie auf den Zahn
Hohe Preise für Medikamente rechtfertigt die Pharmaindustrie mit den Forschungskosten.
Eines für alle?
Die neuen Behandlungsempfehlungen für Asthma bei Erwachsenen1 enthalten eine alternative Strategie, die das Leben für viele Menschen einfacher machen soll: nur noch ein Spray statt zwei. Einige könnten so auf regelmäßige Anwendung verzichten und bloß bei Bedarf inhalieren. Wie gut ist dieses Vorgehen untersucht und was ist dabei zu beachten?
Diagnose Krebs: Zusammen stark bleiben
Die Diagnose Krebs ist oft ein Schock: nicht nur für die Erkrankten, sondern auch für Angehörige und Freunde. Wie können diese helfen, begleiten, stärken, ohne selbst seelisch und körperlich den Halt zu verlieren?
Pflaster für den Darm?
Diese Geschichte beginnt bei den Fernsehnachrichten und endet bei alten Bekannten. Bei der Recherche zum Nutzen eines gegen Reizdarm angepriesenen Präparats wird mal wieder deutlich: Wer mit der Krankheit anderer Geschäfte machen will, dem bietet die aktuelle Gesetzeslage viele Möglichkeiten.
Aufgefrischt: Streit um die elektronische Patientenakte
Im Januar 2021 kommt die elektronische Patientenakte (ePA). Das zugrunde liegende Patientendatenschutzgesetz (PDSG) hat im September mit der Verabschiedung durch den Bundesrat die letzte Hürde genommen.
Aufgefrischt: Die Jagd nach den Statin-Daten
Der Nutzen von Blutfettsenkern aus der Gruppe der Statine ist unstrittig, wenn bereits eine Herz-Kreislauf-Erkrankung wie eine koronare Herzkrankheit vorliegt. So können die Mittel helfen, nach einem Herzinfarkt einen weiteren Gefäßverschluss zu verhindern.
Die Dame mit den Diagrammen
Viele kennen Florence Nightingale nur als Krankenpflegerin, die in einem britischen Feldlazarett während des Krimkrieges Mitte des 19. Jahrhunderts Herausragendes geleistet hat. Ihr wichtigster Erfolg wird oft übersehen: Sie war eine bedeutende Pionierin der Epidemiologie und nutzte statistische Methoden, um die Medizin zu reformieren.
Kurz und knapp: Profitabel, Teure Gentherapien
Die Debatte ist nicht neu, aber längst nicht abgeschlossen: Verdienen Pharmafirmen zu Recht Millionen oder Milliarden mit neuen, mitunter durchaus segensreichen Präparaten, deren Wirkstoffe mit viel öffentlichem Geld erforscht worden sind?
Kurz und knapp: Jodmangel, Vegan essen
Für alle, die sich vegan ernähren, ist eine kleinere Studie am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) interessant, die die Versorgung mit Vitaminen, Jod und anderen Mikronährstoffen untersucht hat.
Kurz und knapp: Ärzte-Deutsch, Fehlende Verständlichkeit
Dass wir oft missverstehen, was uns der Arzt oder die Ärztin als Befund oder Rat mitteilen wollte, ist nicht neu. Verwirrend sind zum Beispiel die Begriffe „positiv“ und „negativ“. Denn ein positives Testergebnis ist vielfach negativ für den Patienten oder die Patientin.
Kurz und knapp: Arzneimittel loswerden? Schwierig
Insbesondere ältere Menschen nehmen zu viele verschiedene Arzneimittel, die ihnen teilweise von unterschiedlichen Ärzten verordnet werden. Wissenschaftler erwarten positive Effekte, wenn die Medikamente auf das Notwendige und Nützliche reduziert werden.
Knochenbrüche im Alter
Osteoporose, also eine niedrige Knochendichte, ist einer von mehreren Risikofaktoren für Knochenbrüche. Besonders häufig treten sie bei älteren Frauen auf. Nützt es ihnen, wenn sie sich alle auf Risikofaktoren für Knochenbrüche testen lassen?
Nachgefragt: Immer auf dem Laufenden
Klug durchdachte Digitalisierung kann die medizinische Versorgung verbessern. Davon ist die Hausärztin Irmgard Landgraf aus Berlin überzeugt, die seit 20 Jahren für die Betreuung eines Pflegeheims digitale Patientenakten nutzt. Wir haben sie nach ihren Erfahrungen befragt.
Was wusste das Bundesgesundheitsamt?
Das Hormonpräparat Duogynon wurde in den 1960er- und 1970er-Jahren als Schwangerschaftstest genutzt. Bis heute steht es im Verdacht, Fehlbildungen ausgelöst zu haben. Anerkennung und finanzielle Unterstützung für Betroffene gibt es bislang nicht. Ein neues Forschungsprojekt soll jetzt die Rolle der damaligen Aufsichtsbehörde klären.
Leserbrief: Vitamin D-Vergiftung
Mir machen die Folgen der unsäglichen Pharmawerbung Sorgen. Neuester Schrei: Vitamin D gegen Corona,1 na toll. Ich habe inzwischen zwei Patienten mit schweren Vergiftungserscheinungen (Übelkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme von 10 kg und mehr, Hyperkalzämie, in einem Fall vermutlich mit Bauchspeicheldrüsen-Reizung), die beide Vitamin D via Internet als Tropfen bezogen und die beide fünf Tropfen pro Tag über Monate eingenommen haben.
Impfstoff-Imperialismus
Noch sind keine Impfstoffe gegen Covid-19 regulär zugelassen. Doch das Rennen, wer sie bekommt, ist längst im Gange. Ärmere Regionen der Welt könnten dabei den Kürzeren ziehen.
Gepanschtes: Alte Bekannte und dennoch neu
Das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic1 warnte kürzlich dringend vor der Einnahme von Schlankheitspräparaten und anderen im Internet als natürlich beworbenen Produkten, insbesondere aus dem asiatischen Raum. Sie werden als Tee, Instantgetränke oder „natürliche“ Kapseln angepriesen – oft als Nahrungsergänzungsmittel. Da nach dem Verzehr solcher Produkte einige Menschen starke unerwünschte Wirkungen erlebten, wurden Proben im Labor von Swissmedic untersucht.
Werbung – Aufgepasst! Die versteckte Botschaft verstehen
„Cholesterin neu verstehen“, das verspricht eine bunt aufgemachte Website.1 Dass es sich um geschickt gemachte Pharmawerbung handelt, ist auf den ersten Blick kaum zu erkennen. Gut verpackt in allgemeine Informationen zu Cholesterin wird gezielt zu einem bestimmten Medikament der Firma Amgen hingeleitet.