Ausgabe Nr. 5 September/ Oktober

Liebe Leserin, lieber Leser,
zum Glück hat die Hitzewelle ein Ende. Doch viele Eltern schwitzen weiter, denn die Diskussion ums Impfen reißt nicht ab. Gerade schlägt die umstrittene Doku „Eingeimpft“ des Filmemachers David Sieveking hohe Wellen.
Aus aktuellem Anlass: Valsartan-Präparate krebserregend?
Der Rückruf von Medikamenten mit dem Blutdrucksenker Valsar­tan hat sicher auch Leserinnen und Leser von GPSP betroffen. Viele Menschen sind beunruhigt und fragen sich, wie ein kanzerogener Stoff so lange den Kontrollbehörden entgehen konnte.
Brustkrebs: Leere Versprechungen
Vor einem Jahr berichtete GPSP unter dem Titel „Viel Rummel um ein neues Brustkrebsmedikament“ über den Wirkstoff Palbociclib.1 Der Hersteller hatte große Hoffnungen geschürt. Wie sieht es ein Jahr später aus?
In eigener Sache
sechs Jahre haben wir den Abopreis stabil halten können. Kostensteigerungen machen eine Preiserhöhung notwendig. Das Abonnement kostet ab 2019 29,90 € im Jahr.
Kein Kinderspiel
„Antidepressiva machen nicht abhängig“ – das steht in jedem Medizin-Lehrbuch, das sich mit Depressionen beschäftigt. Es ist aber alles andere als einfach, eine Behandlung mit den Medikamenten zu beenden, die die Symptome einer Depression lindern sollen. Ist Abhängigkeit doch ein Problem oder stecken andere Phänomene dahinter?
Gerinnungshemmer
Viele Menschen nehmen zum Schutz vor Thrombosen und Schlaganfällen dauerhaft Gerinnungshemmer ein, wie zum Beispiel Phenprocoumon (Marcumar® u.a.). Um Blutungen zu vermeiden, müssen solche Vitamin-K-Antagonisten allerdings exakt dosiert werden. Das gelingt dadurch, dass die Gerinnungswerte regelmäßig gemessen werden und die Dosis entsprechend angepasst wird. Dafür wird statt des INR-Werts jedoch oft noch der ungeeignete Quick-Wert verwendet. Er kann in die Irre führen – mit fatalen Folgen.
Hand aufs Herz
Ein gesundes Herz und eine gute Durchblutung sind erstrebenswert, keine Frage. Da verwundert es auch nicht, dass Nahrungsergänzungsmittel mit derartigen positiven Effekten werben– etwa Produkte mit Vitamin K2. Wir haben einmal genau hingesehen, ob ein Nutzen ­tatsächlich belegt ist.
Bohnen im Kopf
Die Afrikanische Schwarzbohne – botanisch Griffonia simplicifolia – kann angeblich gegen Depressionen wirken. Dafür soll ein Inhaltsstoff sorgen, der vor etlichen Jahren schon einmal als Medikament verkauft wurde, aber dann vom Markt verschwand.
Aufgespießt: Aus Internet und Werbung
LaVita Vitalstoffkonzentrat ist ein Getränk, das aus diversen Ausgangsprodukten hergestellt wird: Gemüse, Früchte, Kräuter, Aloe vera, Grüner und Mate Tee und mehr.
Kurz und knapp: MS-Präparate
Viele Menschen mit Multipler Sklerose (MS) warten auf Medikamente, die ihnen besser helfen.
Kurz und knapp: Patientenverfügung
Wer im Internet nach Vorlagen für Patientenverfügungen sucht, stößt rasch auf kostenpflichtige Angebote.
Kurz und knapp: Mehrwegbecher
Der „Coffee to go“ in Wegwerfbechern sorgt für eine Menge Müll. Am Bahnhofskiosk, an Tankstellen oder Backshops dürfen darum kalte und heiße Getränke nun auch in mitgebrachte Mehrwegbecher gefüllt werden.
Kurz und knapp: Phantasiename unwichtig
Kaufen Sie noch Aspirin® oder schon Acetylsalicylsäure? Das eine ist der Handels- bzw. Markenname, das andere der Name des Wirkstoffs. Der Wirkstoffname ist Allgemeingut und muss von jeder Arzneifirma ebenfalls genannt werden.
Mit kriminalistischem Spürsinn gegen die Cholera
Wer schon einmal durch den bei Touristen beliebten Londoner Stadtteil Soho geschlendert und dabei durstig geworden ist, der kennt vielleicht den Pub John Snow. Die Kneipe weckt aus vielen Gründen das Interesse von Besuchern: Benannt nach dem Leibarzt von Königin Victoria teilt er sich seine Adresse in der Broadwick Street mit einer Wasserpumpe ohne Schwengel, die gegenüber vom Eingang des Pubs steht. So richtig interessant wird es, wenn man sich die Geschichte der Pumpe anschaut und wie sie mit der Fachdisziplin der Medizinischen Epidemiologie zusammenhängt.
Glosse: Volks-Entdummung
Generell hat doch jeder und jede das Recht zu lernen, was er oder sie lernen will. Also zum Beispiel auch alles über den Sinn von Schüßler-Salzen, von Bachblüten oder Ayurveda.
Nachgefragt: „Wir müssen Impfen einfacher machen“
Es ist nur selten Impfskepsis, wenn Menschen sich nicht gegen bestimmte Krankheiten immunisieren lassen. Viele Gründe können hinter fehlenden Impfungen stecken. Die Psychologin Cornelia Betsch erklärt in unserem Interview, welche Konsequenzen sich daraus für gute Impfinformationen und die Gesundheitspolitik ergeben.
Schmerzmittel: Nicht zu viel schlucken
Auf den Packungen rezeptfreier Schmerzmittel soll demnächst folgender Warnhinweis ­stehen: „Bei Schmerzen oder Fieber ohne ärztlichen Rat nicht länger anwenden als in der Packungsbeilage vorgegeben!“ Dieser nichtssagende Satz ist der kleinste gemeinsame Nenner einer dubiosen Vorgeschichte.
Leserbriefe: Nahrungsergänzungsmittel Medox®
Wie beurteilen Sie das Nahrungsergänzungsmittel Medox® (aus skandinavischen Wildheidelbeeren)? Es soll eine durchblutungsfördernde Wirkung haben und die körperliche Fitness positiv beeinflussen. Stellt die Einnahme dieser Kapseln einen Vorteil gegenüber den im Supermarkt erhältlichen Kulturheidelbeeren dar oder ist dies nur Werbung?
Ist Vorsorge immer sinnvoll?
Vorsorgeuntersuchungen sind in Deutschland ziemlich populär. Ob Brustkrebs, Prostata oder Cholesterinspiegel, viele gehen zu ihrem Arzt oder ihrer Ärztin und lassen sich sicherheitshalber unter­suchen. Was nutzt es?
Erratum GPSP 2/2018 Demenzdiagnostik
In GPSP 2/2018, S. 6, hat sich im Artikel „Voreilig abgestempelt: Demenzdiagnostik auf dem Prüfstand“ ein Fehler eingeschlichen.
Gepanschtes: Auch Ärzte zu ­wenig informiert
Die medizinische Fachliteratur berichtet nur selten über Nahrungsergänzungsmittel, die mit stark wirkenden chemischen Stoffen gepanscht sind, und auch nicht über die Folgen. Dabei gibt es tausende solch gepanschter Produkte mit Risiken.
Werbung – Aufgepasst! Superhelden
Gemeinsam sind wir stärker – diesen Eindruck sollen wohl die Superhelden in einer Werbeanzeige für Rosuzet® erwecken, die in einer Zeitschrift für Ärzte erschien.