Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2011 / 04 S. 07

Sinn und Unsinn nah beieinander

Kölner Liste® für Sportler

© Thomas Kunz

Firmen, die Eiweißpräparate und andere Nahrungsergänzungsmittel für Sportler anbieten, werben gerne damit, dass ihre Produkte in der Kölner Liste® stehen – eine zweischneidige Angelegenheit.

Die Liste hat in der Tat eine gute Seite: Nur Produkte, die nach einer Analyse am Zentrum für Präventive Dopingforschung der Deutschen Sporthochschule Köln (ZePräDo) frei von anabolen Steroide waren, kommen in diese Liste. Wer meint, für Nahrungsergänzungsmittel Geld ausgeben zu müssen (siehe Interview S. 12), hat bei den gelisteten ein geringes Risiko, sich durch Anabolika in gepanschten oder verunreinigten Produkten zu gefährden oder bei einer Dopingkontrolle positiv getestet zu werden. Eine 100% Sicherheit gibt es jedoch nicht, denn geprüft werden immer nur einzelne Chargen.

Die andere Seite der Medaille ist, dass Firmen mit einer Art Qualitätssiegel für ihre Produkte werben können, ohne dass deren Sinn und Wirksamkeit überhaupt zuverlässig belegt sind.1 Immerhin schreibt die Firma HEIMSPIELE Sport – Strategie – Marketing, die die Liste herausgibt: „Die Kölner Liste® ist keine Empfehlung an Sportler, ein Nahrungsergänzungsmittel zu nutzen.“ Die Herausgeber lassen sich den Eintrag pro Produkt mit rund 300 Euro jährlich bezahlen, wobei die Laboranalysen im ZePräDo, die zum Teil auch Stimulanzien einschließen, extra kosten. Die Palette der Firmen, die in der Kölner Datenbank vorkommen, ist so bunt wie das schillernde Angebot an Nahrungsergänzungen. Vertreten sind Discounter wie Aldi, Arzneimittelhersteller wie Bayer und Boehringer Ingelheim ebenso wie Anbieter von so genannter Sportlernahrung wie Dr. Loges.


Quelle
1 Interview in GPSP 6/2011, S. 12



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