Vergissmeinnicht!

© Adam Jones
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Der Zika-Virus hat als gefährlicher Krankheitserreger weltweit viel Aufmerksamkeit in den Medien gefunden. Doch es gibt viele andere schlimme Infektionen in fernen und speziell in tropischen Regionen. Sie geraten selten in unsere Schlagzeilen, obwohl Millionen von Menschen davon betroffen sind. Viele sterben daran – weil es keine passenden Medikamente gibt. Gute Pillen – Schlechte Pillen zeigt, warum diese Krankheiten „vernachlässigt“ werden.

Ein Beispiel für eine vernachlässigte Krankheit ist die Afrikanische Schlafkrankheit. Auslöser sind winzige Einzeller, die von der Tsetse-Fliege übertragen werden und das zentrale Nervensystem angreifen. Viele Patienten sterben dann, weil ihnen eine gute Therapie fehlt. Betroffen sind meist Menschen in armen Regionen, die sich keine Medikamente kaufen können. Darum sind sie für die Pharmaindustrie wirtschaftlich völlig uninteressant.

Vernachlässigte Krankheiten wurden über Jahrzehnte von der kommerziell ausgerichteten Pharmaforschung ignoriert. Von 1975 bis 2011 wurden weltweit 1.700 neue Wirkstoffe entwickelt – davon aber nur 20 für vernachlässigte Krankheiten.

„Jammern allein hilft nicht! Es bedarf gemeinsamer, internationaler Forschungsanstrengungen, um die Bedrohung der vernachlässigten Krankheiten in den Griff zu bekommen“, sagt Christian Wagner-Ahlfs, leitender Redakteur von GPSP.

Daher hat zum Beispiel die Weltgesundheitsbehörde (WHO) einen globalen Aktionsplan auf die Beine gestellt, mit vielen Ideen, die Forschung anzukurbeln: So könnten ein Forschungsfond, neue Preismodelle und Prämien die Produktentwicklung zu fairen Endpreisen fördern. Zwei geförderte Pilotprojekte laufen bereits in Brasilien und Indien. Dort werden mit einer gemeinsam organisierten und finanzierten Forschung bezahlbare Produkte entwickelt: einmal eine Impfung gegen Schistosomiasis (eine Wurmerkrankung, Bilharziose) beziehungsweise ein Diagnoseverfahren für akute fieberhafte Erkrankungen.

Gut zu wissen: Um in Deutschland die Problematik bekannter zu machen, verleiht ein Bündnis alljährlich den Memento-Preis an Wissenschaftler, Politiker und Journalisten, die vernachlässigte Krankheiten zum öffentlichen Thema gemacht haben. So wurde dieses Jahr eine Würzburger Forschungsgruppe ausgezeichnet, die zu Infektionen mit Bandwürmern forscht.

Hintergrund: Der Artikel in GPSP 2/2016 liefert weitere Fakten zum globalen Aktionsplan, Beispiele weiterer Krankheit und Infos zur Forschungsfinanzierung. Schauen Sie einfach mal rein: http://gutepillen-schlechtepillen.de/was-gehen-uns-tropenkrankheiten-an/

Die Veröffentlichung dieser Mitteilung ist kostenlos unter Angabe der Quelle www.gutepillen-schlechtepillen.de oder Gute Pillen - Schlechte Pillen 2/2016. Über Rückmeldung oder Beleg freuen wir uns.

Pressemitteilung als PDF

Redaktion Gute Pillen - Schlechte Pillen
August-Bebel-Str. 62
D-33602 Bielefeld

Gute Pillen - Schlechte Pillen ist ein Gemeinschaftsprojekt von: DER ARZNEIMITTELBRIEF, arznei-telegramm, Arzneiverordnung in der Praxis und Pharma-Brief. Alle beteiligten Zeitschriften sind Mitglied der International Society of Drug Bulletins (ISDB). Herausgeber: Gute Pillen, Schlechte Pillen - Gemeinnützige Gesellschaft für unabhängige Gesundheitsinformation mbH, Bergstr. 38A, 12169 Berlin, HRB 98731B Amtsgericht Berlin-Charlottenburg, Geschäftsführer: Wolfgang Becker-Brüser, Jörg Schaaber, Prof. Dr. Walter Thimme. Steuernr. 27/603/52625

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