Bunte Überraschungen

© Jörg Schaber
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Wenn der Urin plötzlich rot oder braun aussieht, kann das einen schon ziemlich erschrecken. Es ist aber manchmal harmlos, denn bestimmte Arzneimittel oder Nahrungsmittel können die schlichte Erklärung dafür sein. Gute Pillen - Schlechte Pillen zeigt an ein paar Beispielen, was so passieren kann und wann man besser zum Arzt geht.

Haben Arzneiwirkstoffe eine kräftige Eigenfarbe, können sie den Urin ungewöhnlich verfärben. Dazu gehört zum Beispiel das gelbe Tolcapon im Parkinson-Mittel Tasmar® oder das bernsteinfarbene Immunsuppressivum Azathioprin (etwa in Imurek®). Manchmal erobern die farbigen Wirkstoffe auch andere Körperflüssigkeiten: So macht das Tuberkulosemittel mit dem bräunlich-roten Rifampicin als Wirkstoff auch vor Tränen, Speichel, Schweiß und Stuhl nicht halt.

Und je nach individuellem Stoffwechsel kann zum Beispiel ein Überschuss an Vitamin B2 den Gelbton des Urins vertiefen oder das Narkosemittel Propofol mit changierenden Blau- bis Grüntönen verblüffen.

Selbst manche alltäglichen Nahrungsmittel führen hier und da zu verfärbtem Urin: Rote Beete und Brombeeren erzeugen einen pinkfarbenen, Karotten oder Spargel einen orangefarbenen bzw. blaugrünen Farbton. Sogar Farbstoffe, die Lebensmitteln zugesetzt werden, können durchschlagen, etwa Brillantblau FCF, das manchmal in Süßwaren, Gebäck und Getränken steckt.

Dazu der Arzt und Apotheker Wolfgang Becker-Brüser: „Wie häufig solche unangenehmen Überraschungen vorkommen, und wie viele Medikamente und Nahrungsmittel zu buntem Urin führen, ist nicht systematisch untersucht. Die Beipackzettel und Informationen für Fachkreise machen zudem nicht immer zuverlässig auf diese Problematik aufmerksam.“

Fazit: Fehlt ein nachvollziehbarer Grund für die farbliche Veränderung des Urins, empfiehlt es sich, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen. Denn manchmal ist die Verfärbung ein Krankheitszeichen: Rötlich verfärbter Urin kann zum Beispiel bei einer Erkrankung der Harnwege oder des Geschlechtstraktes durch Blutbeimengung entstehen.

 

Mehr zum „Farbspektakel“ sowie eine ausführliche Tabelle zu den Arzneimitteln, die den Urin verfärben können, finden Abonnentinnen und Abonnenten im Originalartikel der Ausgabe GPSP 2/2017: http://gutepillen-schlechtepillen.de/orange-rot-purpurn-braun/

Die Veröffentlichung dieser Mitteilung ist kostenlos unter Angabe der Quelle www.gutepillen-schlechtepillen.de oder Gute Pillen - Schlechte Pillen 2/2017.
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Redaktion Gute Pillen - Schlechte Pillen
August-Bebel-Str. 62
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Gute Pillen - Schlechte Pillen ist ein Gemeinschaftsprojekt von: DER ARZNEIMITTELBRIEF, arznei-telegramm, Arzneiverordnung in der Praxis und Pharma-Brief. Alle beteiligten Zeitschriften sind Mitglied der International Society of Drug Bulletins (ISDB). Herausgeber: Gute Pillen, Schlechte Pillen - Gemeinnützige Gesellschaft für unabhängige Gesundheitsinformation mbH, Bergstr. 38A, 12169 Berlin, HRB 98731B Amtsgericht Berlin-Charlottenburg, Geschäftsführer: Wolfgang Becker-Brüser, Jörg Schaaber, Prof. Dr. Walter Thimme. Steuernr. 27/603/52625

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