Aktuelle Ausgabe GPSPAbonnierenEinzelpersonen Wer wir sindUnabhängige Information zur Gesundheit: Information pur, ohne Werbung. Die Verbraucherzeitschrift Gute Pillen – Schlechte Pillen bietet Orientierung im Pharma-Dschungel. Karikaturen
Was ist dran an den Behauptungen? Lesen Sie Testosteronmangel?
Karikaturen bringen die Sache auf den Punkt, bieten meist einen speziellen Blickwinkel und sie bringen uns oft zum Schmunzeln oder Lachen. Und Lachen ist bekanntlich gesund! Deshalb gibt es in jeder Ausgabe von Gute Pillen – Schlechte Pillen eine Karikatur. Aber Sie finden alle bisher erschienenen auch hier auf unserer Webseite. |
Nicht schön, aber nützlich© DIE ZEIT 20.10.2005 Nr. 43 Eine neue Zeitschrift bewertet Qualität und Preis von pharmazeutischen Produkten Martina Keller Was tun bei Bluthochdruck? Diabetes? Rheuma? Patienteninformationen gibt es bald so viele wie Pillen auf dem Pharmamarkt. Allerdings sind die Zeitungen und Faltblätter, die man in der Arztpraxis oder im Krankenhaus kostenlos mitnehmen kann, meist von Marketingexperten der Pharmaindustrie verfasst. Auch viele Gesundheitsportale im Internet werden von großen Konzernen bestückt. Nun will eine neue Zeitschrift eine Bresche in den Dschungel fragwürdiger Informationen schlagen – unabhängig von Verkaufsinteressen. Gute Pillen – Schlechte Pillen wird von den drei unabhängigen Pharmafachzeitschriften in Deutschland herausgegeben und will deren unterschiedliche Kompetenzen nutzen: Die Macher des Arzneimittel-Telegramms sind darauf spezialisiert, den wissenschaftlichen Gehalt von Studien einzuschätzen. Der Arzneimittelbrief wird von Klinikern gemacht, die auch die medizinische Praxis im Auge haben. Der Pharmabrief beschäftigt sich über die Landesgrenzen hinaus mit gesundheitspolitischen Themen. Der evidenzbasierten Medizin fühlen sich alle drei verpflichtet. Ihre bisherigen Zielgruppen waren Ärzte, Apotheker und Gesundheitspersonal. Nun wollen sie gesichertes Wissen über Medikamente auch den Patienten nahe bringen. Die erste Ausgabe kommt in dieser Woche auf den Markt, weitere sollen im Zweimonatsabstand folgen. Die Herausgeber bürgen für Solidität, und so sieht ihr Blatt auch aus: zwölf übersichtlich gestaltete Seiten in den Grundfarben Gelb, Rot und Blau. Viel Text, einige Tabellen, kaum Fotos. Die Informationen kommen betont nüchtern und schnörkellos daher. Ein Lesespaß ist das nicht, aber kompakte Information, die man sich für den Fall der Fälle abheftet. Auf Glanz und Glamour haben die Macher nicht nur aus finanziellen Gründen verzichtet – das Geld ist knapp, Pharmaanzeigen sind tabu. Aufwändige Gestaltung passt auch nicht zum Selbstverständnis der Redaktion. Man will mit Gute Pillen – Schlechte Pillen keinen Schönheitspreis gewinnen, sondern Patienten befähigen, »eine informierte und damit vernünftige Entscheidung zu treffen«, heißt es im Editorial. Schwerpunkt sind wie beim amerikanischen Vorbild Worst Pills – Best Pills aktuelle Erkenntnisse über Arzneimittelrisiken. Die erste Ausgabe informiert etwa über erhöhte Brustkrebsraten bei der immer noch verbreiteten Hormontherapie für Frauen in den Wechseljahren. Außerdem warnen die Herausgeber vor dem Verhütungsimplantat Implanon. Das wirke auf Dauer nicht zuverlässig und lasse sich entgegen der Werbeversprechungen mitunter nur schwer wieder entfernen. Solche klaren Aussagen über Arzneimittelrisiken haben Worst Pills – Best Pills in den USA berühmt gemacht. Die Leser des Blatts erfuhren in den vergangenen Jahren frühzeitig von Nebenwirkungen, die schließlich dazu führten, dass ein Mittel vom Markt genommen wurde. Jede Ausgabe von Gute Pillen – schlechte Pillen enthält eine Art Patientenbrief. Darin sind die wichtigsten Fakten zu einer häufig vorkommenden Krankheit aufgelistet. Den Anfang machen der Jahreszeit entsprechend die Erkältungskrankheiten. Da liest man zum Beispiel, dass Symptome gezielt mit einem einzigen Wirkstoff bekämpft werden sollten statt mit so genannten Schrotschusspräparaten, die alles Mögliche enthalten und in ihrer Wirkung schwer einzuschätzen sind. Man erfährt auch von der häufigen Fehlverschreibung von Antibiotika und seltenen, aber lebensgefährlichen Nebenwirkungen eines Schmerzmittels bei Kindern. Ergänzt wird das Ganze durch eine Tabelle sinnvoller Medikamente, inklusive Markennamen und Preisen. Preisinformationen gehören zum Konzept. »Wenn es identische Produkte von verschiedenen Firmen gibt, ist es wichtig zu wissen: Wo werde ich abgezockt und wo habe ich einen realistischen Preis«, sagt Redaktionsmitglied Wolfgang Becker-Brüser, von Haus aus Arzt und Apotheker. Solche Informationen dürften Patienten schon deshalb interessieren, weil sie seit Januar 2004 fast alle rezeptfreien Präparate aus der eigenen Tasche bezahlen müssen. Aber die Herausgeber wollen das Preisbewusstsein der Kunden auch bei Verordnungen schulen, die ja überwiegend von den Kassen bezahlt werden. »Das sind letztlich auch unsere Gelder, die da ausgegeben werden«, sagt Becker-Brüser. Was durch ein überteuertes Medikament verschwendet wird, fehlt womöglich an anderer Stelle in der medizinischen Versorgung. »Teuer heißt bei Arzneimitteln nicht gut, und billig ist kein Schimpfwort.« Diese Botschaft ist den Herausgebern wichtig. So soll jede Ausgabe einen aktuellen Preisvergleich gängiger Medikamente enthalten. Den Anfang macht die Acetylsalicylsäure, besser bekannt unter dem Markennamen Aspirin. Aus einer Tabelle kann der Kunde ablesen, dass er für manches Präparat ein Vielfaches von dem zahlt, was nötig wäre, bei einem mit Vitamin C kombinierten Mittel sogar das Achtfache. Passend dazu informiert ein anderer Artikel über so genannte Generika, preiswerte Nachahmerpräparate, die den gleichen Wirkstoff wie das Original enthalten. Staunend liest man, dass Original und Generikum bisweilen in derselben Fabrik hergestellt werden. Da leuchtet es ein, dass die teils beträchtlichen Preisunterschiede bis zum Drei- oder Vierfachen nicht gerechtfertigt sind. Irreführender Werbung widmen die Herausgeber eine eigene Rubrik, die durchaus Unterhaltungswert hat und den Blick schult. Diesmal haben sie sich ein diätetisches Lebensmittel namens Diabetruw vorgeknöpft, das Diabetikern helfen soll. Fragwürdige Informationen sind eingekreist und kommentiert. Zu einem Emblem etwa heißt es: »Wirkt wie ein offizielles Gütesiegel. Das ist es aber nicht!« Gute Pillen – Schlechte Pillen stößt zweifellos in eine Informationslücke. Ob sich das Blatt am Markt behaupten wird, ist eine andere Frage. Die Macher haben kein Geld für Marketing, teure Anzeigen in der Publikumspresse können sie sich nicht leisten. So setzt man auf Multiplikatoren: Patientenverbände, Ärzte, Apotheker, Mitarbeiter in Gesundheitsberufen. Die erste Ausgabe – Auflage 100 000 Exemplare – wird unter anderem kostenlos an die Abonnenten der drei am Projekt beteiligten Fachzeitschriften verschickt. Man hofft, dass sie das Blatt an ihre Patienten weiterreichen und so bekannt machen. Auf lange Sicht muss sich das Blatt durch Abonnements finanzieren, demnächst wird es auch am Bahnhofskiosk zu kaufen sein. Die Herausgeber sind optimistisch. »Vieles am Markt ist pure Desinformation«, sagt Walter Thimme, Internist und Kardiologe im Ruhestand, »da muss was passieren.« © DIE ZEIT 20.10.2005 Nr.43 neuere Themen:
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23.8.2006 Pharma-Beratung per neuer Ratgeber-Zeitschrift weitere Themen:
19.10.2005 Pharmawerbung ist oft Humbug |
Über GPSPGute Pillen - Schlechte Pillen entsteht OHNE EINFLUSS DER PHARMAINDUSTRIE und erscheint OHNE WERBUNG. Mit SucheAbo-BereichZuzahlung sparenWenn Sie mit einem Rezept in die Apotheke gehen, müssen Sie in der Regel 5,- € bis 10,- € zuzahlen. Doch es gibt über 11.000 Arzneimittel, für die Sie nichts zuzahlen müssen. Unsere Suchmaschine hilft Ihnen bei der Suche nach zuzahlungsfreien Alternativen.
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