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Pressemitteilung 8. Februar 2011

Wachstumshormon: Neue Risikosignale

Manche Kinder bleiben im Wachstum stark hinter ihren Altersgenossen zurück und würden auch als Erwachsene auffällig klein bleiben. Für sie kann es Vorteile haben, wenn sie unter ärztlicher Aufsicht in der Jugend mit einem Wachstumshormon (Somatropin) behandelt werden. Das bedeutet: Sie erhalten über mehrere Jahre lang Spritzen mit einem gentechnisch erzeugten Präparat. Dass diese Therapie offenbar nicht ohne Risiken ist, sollte all jenen eine Warnung sein, die mit Wachstumshormon auf eigene Faust ihre Körpergröße oder die Muskelmasse steigern wollen.

Wie die Zeitschrift Gute Pillen – Schlechte Pillen berichtet, sind in Frankreich überdurchschnittlich viele Menschen, die in jungen Jahren mit Wachstumshormon behandelt wurden, bereits gestorben. In Frankreich werden seit 30 Jahren alle Kinder, deren Wachstum mit Hormonen angeregt wird, in einem eigenen Register erfasst. Eine Auswertung des Schicksals von 7000 dieser noch jungen Erwachsenen hat nun gezeigt, dass bereits 93 gestorben sind während in der Vergleichsgruppe aus der allgemeinen Bevölkerung mit gleicher Altersverteilung 70 starben. Der Unterschied beträgt 30 Prozent. Die Ursachen sind noch nicht geklärt, andere Faktoren als das Wachstumshormon könnten auch eine Rolle spielen. Allerdings wirkt Wachstumshormon auf verschiedene Gewebe und Organe, etwa Leber und Nieren.

„Hobby- und Leistungssportler, die Wachstumshormon als Dopingmittel gebrauchen, setzen ihre Gesundheit aufs Spiel, zumal die vielfältigen Wirkungen der Substanz unzureichend geklärt sind“, sagt Wolfgang Becker-Brüser von Gute Pillen- Schlechte Pillen. Vor allem Angebote im Internet sind eine Gefahr und sind jeglicher systematischer Kontrolle entzogen. „Wir müssen die Risikosignale aus Frankreich ernst nehmen,“ so der Arzt und Pharmazeut.

 

Info: Früher wurde Wachstumshormon zur Behandlung von Minderwuchs aus der Hirnanhangdrüse von Leichen gewonnen. Aber allein in Frankreich infizierten sich dadurch 100 Menschen mit der Gehirn-zerstörenden Creutzfeldt-Jakob-Krankheit und starben. Heute wird in der Medizin gentechnisch hergestelltes Wachstumshormon verwendet, um Infektionen mit HIV, Hepatitis oder Creutzfeld-Jakob zu verhindern.

Kontakt: redaktion@gp-sp.de

www.gutepillen-schlechtepillen.de

PDF-Download der Pressemitteilung

Weitergehende Informationen finden Sie hier:

http://gutepillen-schlechtepillen.de/pages/archiv/jahrgang-2011/nr.-1-jan.feb.-2011/wachsende-bedenken-gegen-wachstumshormon.php

 

 Gute Pillen - Schlechte Pillen ist ein Gemeinschaftsprojekt von: DER ARZNEIMITTEL­BRIEF, arznei-telegramm, Arzneiverordnung in der Praxis und Pharma-Brief. Alle beteiligten Zeitschriften sind Mitglied der International Society of Drug Bulletins (ISDB). Herausgeber: Gute Pillen, Schlechte Pillen - Gemeinnützige Gesellschaft für unabhängige Gesundheitsinformation mbH, Bergstr. 38A, 12169 Berlin, HRB 98731B Amtsgericht Berlin-Charlottenburg, Geschäftsführer: Wolfgang Becker-Brüser, Jörg Schaaber, Prof. Dr. Walter Thimme. Steuernr. 27/603/52625

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