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Aktuelle Meldung vom 30. November 2011

Irreführend und unerträglich geschmacklos

Werbung für ein Krebsmedikament

© A. Ucke/ GPSP
Dokumentation der Alimta®-Werbung bei Ärzten

Die Pharmafirma Eli Lilly verschickte kürzlich an Krebsärzte bunte Schachteln, die beim Öffnen einen Werbefilm für ein Krebsmedikament abspielen. Die munteren Footballspieler scheinen allerdings eher für ein Stärkungsmittel als für ein Chemotherapeutikum zu werben. Die Zeitschrift Gute PillenSchlechte Pillen hält solche Marketingmethoden für unethisch.

Auf der Schachtel ist das Foto eines gut besuchten Football-Stadions abgebildet. Wer die Schachtel öffnet, blickt auf einen Bildschirm. Wie von Zauberhand startet ein Video. Es dauert etliche Football-Sequenzen und Kommentare über die „richtige Strategie“ beim Spiel und die „starke Mannschaft“, bis der entscheidende Satz fällt: „Kraft ist keine Frage des Alters. Mit Alimta geben Sie Ihren Patienten diese Kraft.“

Das weckt falsche Assoziationen: Alimta® ist ein Krebsmedikament, kein Stärkungsmittel. Doch der Hersteller Lilly versorgt Ärzte offenbar lieber mit plakativen Sprüchen, statt aussagekräftige Informationen zu liefern.

Die zum Schluss des knapp dreiminütigen Videos gebotenen medizinischen Informationen sind mehr als dürftig. Dabei ist Alimta® (Wirkstoff Pemetrexed) ein verschreibungspflichtiges Chemotherapeutikum. Das Video bewirbt es für einen relativ häufigen Lungenkrebs, das nicht-kleinzellige Bronchialkarzinom. Behauptet wird ein 25%iger Überlebensvorteil. Nur im Kleingedruckten lässt sich erkennen, dass der Vorteil lediglich für eine bestimmte Patientengruppe gelten soll. Insgesamt wird der Nutzen des Präparats im Vergleich zu anderen Behandlungsmöglichkeiten als umstritten erachtet. Alimta® kann Krebs so wenig heilen wie ein Vergleichspräparat. Nach zweieinhalb Jahren waren in der Studie, die Lilly erwähnt, fast alle Patienten gestorben, egal welche Therapie sie bekamen. Und wie jedes Chemotherapeutikum hat Pemetrexed starke unerwünschte Wirkungen. Die Aussage „mit Alimta geben Sie Ihren Patienten diese Kraft“ ist also nicht nur unerträglich geschmacklos, sondern irreführend. Dass die Videobox als Elektronikschrott vermutlich meist im Müll landet, ist dann schon nebensächlich.

Einzelne Bilder aus dem Werbevideo finden Sie auf der Webseite http://gutepillen-schlechtepillen.de/pages/werbung---aufgepasst.php In ihrer Rubrik „Werbung Aufgepasst“ widmet sich die Zeitschrift Gute PillenSchlechte Pillen regelmäßig den Werbemethoden der Arzneimittelhersteller.

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