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Karikaturen bringen die Sache auf den Punkt, bieten meist einen speziellen Blickwinkel und sie bringen uns oft zum Schmunzeln oder Lachen. Und Lachen ist bekanntlich gesund! Deshalb gibt es in jeder Ausgabe von Gute Pillen – Schlechte Pillen eine Karikatur. Aber Sie finden alle bisher erschienenen auch hier auf unserer Webseite.

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Aktuelle Meldung vom 26.5.2011

Stammzellenklinik XCell-Center stellt Betrieb ein

Nach vielfachen Beschwerden – GPSP berichtete in Heft 6/2009 – und Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hat die Kölner Bezirksregierung endlich reagiert: Die niederländische Firma XCell-Center darf keine stammzellhaltigen Knochenmarkpräparate mehr abgeben. Das Unternehmen hat in seiner Düsseldorfer Klinik mit höchstumstrittenen Verfahren Schwerkranke und behinderte Menschen traktiert und gefährdet. Patienten mit Multipler Sklerose, Querschnittslähmung und Parkinsonkranke erhofften sich Heilung von „einer teuren, nutzlosen und risikoreichen Behandlung“, so Wolfgang Oertel von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN).

Man kann die Verfügung in Absprache mit dem Gesundheitsministerium von NRW als „Sieg für die Patientensicherheit“ (Pressemitteilung DGN 24.5.2011) betrachten. Anderseits sind seit der massiven Kritik im Juni 2009 durch die DGN und die Deutsche Parkinson Gesellschaft zwei Jahre vergangen und laut Klinikangabe 3500 Menschen behandelt worden. Ihnen wurden körpereigene, zuvor aus dem Knochenmark gewonnene Stammzellen in Gehirn, Rückenmark oder Herz gespritzt - ein Verfahren, das in den Niederlanden verboten ist. Vielen Behandelten ging es danach schlechter, Stammzellen können Tumore verursachen und ein kleiner Junge starb an Gehirnblutungen nach einer Injektion in das Gehirn. (Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Neurologie vom 16.11.2010)

Dass die „Therapie“ in der Düsseldorfer Klinik überhaupt möglich war, beruht auf einer rechtlichen Besonderheit in Deutschland: Ärzte dürfen Heilversuche vornehmen, selbst wenn das Therapieverfahren nicht gut untersucht ist. Die Firma hat diese Nische für sich ausgenutzt, unter dem Deckmantel erlaubter Therapieversuche gearbeitet und sogar viele Patienten aus dem Ausland angelockt. Damit ist es vorbei, die Klinik hat jetzt dicht gemacht. Wer auf ihre Homepage geht, findet das bestätigt. Einsicht in fehlerhaftes Verhalten artikuliert die Firma allerdings nicht, auch wenn sie nebulös artikuliert: Ein Fehler ist aufgetreten.

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