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Pressemitteilung 20.6.2011

Hilfe bei Laktoseintoleranz


© Brüser

Die Unverträglichkeit von Milchzucker ist weit verbreitet. Die Folgen für den Einzelnen sind sehr unterschiedlich. Panik ist jedenfalls nicht angebracht: Nicht alle Menschen mit Laktoseintoleranz leiden unter starken Beschwerden. Wenn der Körper empfindlich auf Milch reagiert, hilft meist eine Umstellung der Ernährung.

Blähungen und Durchfälle sind typisch für eine Laktoseunverträglichkeit. Dabei handelt es sich nicht um eine Allergie, betonen die Herausgeber der Zeitschrift Gute Pillen – Schlechte Pillen. Ursache ist der Mangel des Enzyms Laktase. Laktasemangel ist meist erblich bedingt oder entsteht durch eine chronische Darmerkrankung.

Wichtig ist vor allem, die Ernährung anzupassen und eventuell weniger Lebensmittel zu konsumieren, die Milch von Säugetieren wie Kuh, Schaf oder Ziege enthalten. Auch Sahne, Rahm, Butter, Milchpulver und Produkte mit Molke enthalten Laktose.

Normalerweise nehmen wir durch Milch und Milchprodukte täglich 20-30 g Laktose zu uns. Eine Kost mit weniger als 1 g Laktose pro Tag gilt als „Laktose-frei“, eine solche mit täglich 8-10 g Laktose als „Laktose-arm“. Die meisten Menschen mit Laktoseintoleranz können bis zu 12 g Laktose (entspricht etwa einem Glas Milch) pro Tag problemlos vertragen, über den Tag verteilt sogar bis 24 g. Weil Milch und Milchprodukte zu den wichtigsten Lieferanten von Kalzium und Vitamin D gehören, sollte jeder selbst austesten, wie viel Laktose er verträgt. Ob es hilft, die Laktosemenge mit der Zeit langsam zu steigern, ist umstritten.

Die bisherigen wissenschaftlichen Untersuchungen beweisen nicht, dass Diätprodukte mit künstlich verringertem Laktosegehalt (z.B. Laktose-reduzierte Milch) die Beschwerden bei Laktoseintoleranz tatsächlich bessern können.

Man kann das Enzym Laktase auch als Nahrungsergänzungsmittel kaufen und unmittelbar vor dem Essen einnehmen. Ob das hilft, ist ebenfalls umstritten. Jedenfalls muss man die eventuell passende Dosierung selbst herausfinden. Wer auf Milchprodukte verzichtet, muss darauf achten, ausreichend Kalzium und Vitamin D zu sich zu nehmen, gegebenenfalls als Tabletten: Das ist besonders wichtig für Schwangere, Kinder und Jugendliche sowie bei Osteoporose.

 

Ansprechpartner für die Presse:
Prof. Dr. Bruno Müller-Oerlinghausen

redaktion@gp-sp.de

 

Redaktion Gute Pillen – Schlechte Pillen
August-Bebel-Str. 62
D-33602 Bielefeld
Redaktion@GP-SP.de
www.gutepillen-schlechtepillen.de

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