Aktuelle Ausgabe GPSPAbonnierenEinzelpersonen Wer wir sindUnabhängige Information zur Gesundheit: Information pur, ohne Werbung. Die Verbraucherzeitschrift Gute Pillen – Schlechte Pillen bietet Orientierung im Pharma-Dschungel. Karikaturen
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Karikaturen bringen die Sache auf den Punkt, bieten meist einen speziellen Blickwinkel und sie bringen uns oft zum Schmunzeln oder Lachen. Und Lachen ist bekanntlich gesund! Deshalb gibt es in jeder Ausgabe von Gute Pillen – Schlechte Pillen eine Karikatur. Aber Sie finden alle bisher erschienenen auch hier auf unserer Webseite. |
Unabhängige Informationen zur GesundheitDie Verbraucherzeitschrift Gute Pillen - Schlechte Pillen bietet Orientierung im Pharmadschungel. Hier finden Sie Informationen pur. Alle zwei Monate erscheint eine neue Ausgabe von Gute Pillen - Schlechte Pillen. Hier auf der Webseite informieren wir über aktuelle Warnungen vor Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln und auch über gesundheitspolitische Entwicklungen im Pharmabereich. Aktuelle Meldung vom 19.12.2011 Schuppenflechte
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| © willpower - Fotolia.com |
Mit immer neuen Methoden versuchen Pharmaunternehmen den direkten Kontakt zu Patienten und Selbsthilfegruppen herzustellen. Doch hinter den angepriesenen Service-Angeboten für Betroffene verbergen sich oft Verkaufsinteressen der Hersteller. Am Beispiel eines teuren Präparats gegen Schuppenflechte macht die Zeitschrift Gute Pillen – Schlechte Pillen in ihrer neuen Ausgabe deutlich, welche Strategien das Marketing anwendet.1
Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine unangenehme Hauterkrankung. Die Behandlung ist nicht immer erfolgreich. Das trifft auch auf neue Medikamente zu, etwa die teuren, oft schlecht verträglichen Biologika. Diese sind komplexe gentechnisch hergestellte Substanzen. Neuerdings erhalten Psoriasis-Selbsthilfegruppen häufiger Anrufe von Marktforschungsunternehmen, die gerne Gespräche mit Patienten führen möchten. Für ausführliche Interviews oder Patiententagebücher werden 250 € bis 400 € gezahlt.
Zum einen dienen solche Informationen „aus erster Hand“ dem Marketing, das so Werbung mit Patientenschicksalen anreichern kann – etwa in der umstrittenen Fotoausstellung „Die nackte Wahrheit“, auf die Gute Pillen – Schlechte Pillen bereits 2009 hingewiesen hat.2 Zum anderen können die so erhaltenen Informationen für die direkte Ansprache der Kranken durch Pharmahersteller missbraucht werden.
Die Firma Abbott, Hersteller des Psoriasis-Mittels Adalimumab (Humira®), bietet Patienten gleich einen umfassenden Service an, der „viele nützliche Hilfestellungen für den Alltag zur Verfügung“ stellt. Mit dabei ist aber nur, wer sich registrieren lässt und damit persönliche Daten preisgibt. Erst danach steht ihm Betreuung durch ein Call-Center und eine Krankenschwester zur Verfügung.
Als Abbott nun auch noch Patienten einen 15 €-Gutschein versprach, wenn sie Humira® über eine niederländische Versandapotheke bestellen, platzte etlichen Apothekern der Kragen. Sie beschuldigten die Firma, Adressen von Patienten zu sammeln und drohten – nicht ganz uneigennützig – mit einem Boykott von Abbott-Produkten. Die Firma ruderte daraufhin zurück.
Über eine Hintertür können pharmazeutische Unternehmen sogar direkt Einfluss auf die Therapie von Patientinnen und Patienten nehmen. Im Rahmen der „integrierten Versorgung“ dürfen Krankenkassen dürfen seit Anfang 2011 mit kommerziellen Anbietern Verträge abschließen, die beinhalten, dass diese Kassenpatienten rundum versorgen. Eine erste solche Vereinbarung gibt es bereits.
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