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Pressemitteilung 8. Juli 2010

Quallen – Qualen

Verschlimmert durch falsche Behandlung

Quallen können Strandurlaubern die Ferien verderben: Denn wer  Nesselquallen berührt, muss mit starkem Brennen, Schmerzen oder Juckreiz rechnen. Die Zeitschrift Gute Pillen - Schlechte Pillen gibt Tipps zum richtigen Verhalten.

Die Quallen der Nord- und Ostsee sowie des Mittelmeeres sind in der Regel wenig gefährlich, aber manchmal sehr unangenehm. Die Nesseltiere schleudern bei Berührung lange Fäden heraus, an deren Ende Nesselkapselzellen mit Nesselgift sitzen. Diese Zellen öffnen sich mechanisch, weshalb man auch abgerissene Tentakelfäden im Wasser und tote Quallen am Strand lieber nicht berühren sollte, rät die Zeitschrift Gute Pillen – Schlechte Pillen.

Fernreisende müssen mit gefährlicheren Quallen rechnen. An manchen tropischen Stränden wird – bei entsprechender Strömung – eindringlich vor Quallen (jellyfish) gewarnt und, etwa an nordaustralischen Stränden, sogar manchmal ein Badeverbot verhängt. Wer beispielsweise mit der Portugiesischen Galeere oder der Würfelqualle („Seewespe“) in Kontakt kommt, dem drohen sogar Lähmungen, Atem- und Herzstillstand. Sofortige ärztliche Hilfe ist nötig.

Nach Kontakt mit einer Nesselqualle sollte man rasch das Wasser verlassen. Aber die brennenden oder schmerzenden Hautstellen weder mit den Händen abreiben noch mit Süßwasser abspülen! Beides macht es schlimmer. Denn meistens befinden sich noch zahlreiche ungeplatzte Nesselkapseln auf der Haut, die sowohl durch Reiben als auch durch Süßwasser platzen. Um sie zu entfernen, ohne sie dabei zu zerstören, wird empfohlen, Haushaltsessig oder Rasierschaum aufzutragen. Dadurch lassen sich die Nesselkapseln inaktivieren (denaturieren). Erst nach dem Eintrocknen sollten diese mit einem stumpfen Gegenstand abgeschabt werden (z.B. Stock, Karte, Messerrücken). Notfalls können die Kapseln mit trockenem Sand abgerieben werden, aber nicht mit bloßen Händen.

Erst danach, kann man durch Kühlen mit Eiswürfeln, Coldpacks oder verpacktem Speiseeis versuchen, die Schmerzen zu lindern. Reicht das nicht, sind Kortikoid-haltige Cremes hilfreich. Gegen starken Juckreiz hilft die Einnahme eines Antihistaminikums. Bei schweren oder großflächigen Hautreaktionen kann es erforderlich werden, ein Kortikoid einzunehmen, das allerdings ein  Arzt verordnen muss.


Zum Originalartikel in Gute Pillen - Schlechte Pillen:
GPSP 04/2010, Seite 14


Ansprechpartner für die Presse:
Wolfgang Becker-Brüser, Arzt und Apotheker
redaktion@gp-sp.de

Weitergehende Informationen finden Sie hier: www.gutepillen-schlechtepillen.de

Gute Pillen - Schlechte Pillen ist ein Gemeinschaftsprojekt von: arznei-telegramm, Arzneiverordnung in der Praxis, DER ARZNEIMITTEL-BRIEF und Pharma-Brief. Alle beteiligten Zeitschriften sind Mitglied der International Society of Drug Bulletins (ISDB).

Herausgeber: Gute Pillen, Schlechte Pillen - Gemeinnützige Gesellschaft für unabhängige Gesundheitsinformation mbH, Bergstr. 38A, 12169 Berlin, HRB 98731B Amtsgericht Berlin-Charlottenburg, Geschäftsführer: Wolfgang Becker-Brüser, Jörg Schaaber, Prof. Dr. Walter Thimme.

Bankverbindung: Gesellschaft für unabhängige Gesundheitsinformation gGmbH., Konto-Nr: 121988  Sparkasse Bielefeld (BLZ 48050161)
 

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