Aktuelle Ausgabe GPSPAbonnierenEinzelpersonen Wer wir sindUnabhängige Information zur Gesundheit: Information pur, ohne Werbung. Die Verbraucherzeitschrift Gute Pillen – Schlechte Pillen bietet Orientierung im Pharma-Dschungel. Karikaturen
Was ist dran an den Behauptungen? Lesen Sie Testosteronmangel?
Karikaturen bringen die Sache auf den Punkt, bieten meist einen speziellen Blickwinkel und sie bringen uns oft zum Schmunzeln oder Lachen. Und Lachen ist bekanntlich gesund! Deshalb gibt es in jeder Ausgabe von Gute Pillen – Schlechte Pillen eine Karikatur. Aber Sie finden alle bisher erschienenen auch hier auf unserer Webseite. |
Unabhängige Informationen zur GesundheitDie Verbraucherzeitschrift Gute Pillen - Schlechte Pillen bietet Orientierung im Pharmadschungel. Hier finden Sie Informationen pur. Alle zwei Monate erscheint eine neue Ausgabe von Gute Pillen - Schlechte Pillen. Hier auf der Webseite informieren wir über aktuelle Warnungen vor Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln und auch über gesundheitspolitische Entwicklungen im Pharmabereich. Aktuelle Meldung vom 13.1.2012 Sägepalme:Unnütz bei Prostatabeschwerden
Gegen Beschwerden beim Wasserlassen, die auf einer gutartigen Vergrößerung der Prostata beruhen, kann „Mann“ zahlreiche rezeptfreie pflanzliche Präparate kaufen. Stark beworben und am beliebtesten sind Mittel mit dem Fruchtextrakt der Sägepalme. Aber sie nützen nicht mehr als Plazebo, urteilt die Zeitschrift Gute Pillen – Schlechte Pillen. Seit Langem dürftig sind die Belege dafür, dass Früchte der Sägepalme (Sabal, Sägezahnpalme) wirklich bei einer gutartigen Vergrößerung der Prostata helfen. Das spiegelt sich in einer zusammenfassenden Auswertung von immerhin 30 Studien mit mehr als 5.000 Patienten im Jahr 2010 wider: Sie ließ keine Besserung der Beschwerden durch Sabal im Vergleich mit einem Scheinmedikament erkennen. Und einen etwaigen Nutzen, der in einzelnen kleineren Studien ausgelobt worden war, beispielsweise weniger Toilettengänge in der Nacht, konnten große Studien besserer Qualität nicht bestätigten. Auf die Größe der Prostata hat der Fruchtextrakt der Sägepalme ohnehin keinen Einfluss. Das schreiben sogar die Anbieter der Präparate in die Produktinformationen. Kürzlich wurde der Pflanzenextrakt in höherer Dosis als üblich überprüft. Ausgehend von einer Tagesdosis mit 320 mg wurden die Dosierungen auf 640 mg und dann sogar auf 960 mg gesteigert und die Wirkungen mit einem Scheinmedikament verglichen. Das Ergebnis der Studie mit insgesamt 369 Patienten aus den USA und Kanada spricht erneut gegen Präparate mit Sägepalmenfruchtextrakt. In der Tendenz scheint sich das Scheinmedikament sogar etwas besser auf die Beschwerden auszuwirken als der Pflanzenextrakt, was für einen starken Plazeboeffekt spricht. Wenn jetzt der eine oder andere Anbieter behauptet, die Ergebnisse der neuen Studie würden für sein Produkt nicht gelten, etwa weil er spezielle Herstellungsmethoden habe, läuft die Argumentation ins Leere: Sägepalmenfruchtextrakt ist nicht auf bestimmte Wirkstoffe standardisiert, da man keine Bestandteile kennt, die für die in der Werbung behaupteten Wirkungen verantwortlich sind. Mit anderen Worten: Von Produktcharge zu Produktcharge könnten die Bestandteile anders sein. Auch für ähnliche „Bestseller“ wie Kürbissamenextrakt oder Brennnesselwurzelextrakt fehlen laut Gute Pillen – Schlechte Pillen aussagekräftige Studien, die einen Nutzen belegen. Erwiesenermaßen wirksam sind aber so genannte Alpha-1-Rezeptorenblocker wie Doxazosin. Bei regelmäßiger Einnahme lindern sie innerhalb weniger Wochen Beschwerden einer gutartig vergrößerten Prostata. Diese Mittel sind verschreibungspflichtig. Auffällige unerwünschte Wirkungen sind beispielsweise Blutdruckabfall – weswegen Ärzte die Dosierung von Doxazosin zu Therapiebeginn nur langsam in ein- bis zweiwöchigen Abständen erhöhen – sowie ein beschleunigter Herzschlag (Tachykardie). Bleibt eine Besserung aus, kann der Arzt alternativ Finasterid verordnen. Auch hierfür sind positive Effekte belegbar. Es ist aber nicht auszuschließen, dass dieser Wirkstoff, wenn auch sehr selten, die Entwicklung von Prostatakrebs begünstigt.
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