Unabhängige Informationen zur Gesundheit
Die Verbraucherzeitschrift Gute Pillen - Schlechte Pillen bietet Orientierung im Pharmadschungel. Hier finden Sie Informationen pur.
Alle zwei Monate erscheint eine neue Ausgabe von Gute Pillen - Schlechte Pillen. Hier auf der Webseite informieren wir über aktuelle Warnungen vor Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln und auch über gesundheitspolitische Entwicklungen im Pharmabereich.
Aktuelle Meldung vom 2.2.2011
Schmerzmittel Paracetamol
Empfohlene Dosierungen einhalten
Paracetamol (Ben-u-ron, verschiedene Generika) ist eines der meist verwendeten rezeptfreien Schmerzmittel. Es eignet sich gut für Erwachsene und Kinder, für diese auch zur Fiebersenkung. Die jeweils empfohlene Dosierung darf jedoch keinesfalls überschritten werden. Sonst droht ein lebensbedrohlicher Leberschaden.
Seit knapp zwei Jahren sind Packungen mit mehr als 10 g Paracetamol (also z.B. mehr als 20 Tabletten zu 0,5 g) verschreibungspflichtig. Einer der wesentlichen Gründe: Bereits gering überhöhte Dosierungen können die Leber schädigen. Solche Vergiftungen sind nicht nur hierzulande relativ häufig, warnt die Zeitschrift Gute Pillen – Schlechte Pillen.
Aus den USA kommen Berichte, dass Arzneimittel mit Paracetamol die häufigsten Auslöser von akutem Leberversagen sind. Jede zweite schwere Leberschädigung durch Paracetamol soll auf versehentlicher Überdosierung beruhen. Solange Paracetamol „nach Vorschrift“ eingenommen wird, ist es jedoch ein sicheres und wirksames Schmerzmittel. Das betont jetzt auch die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA. Die wichtigsten Verhaltensregeln:
Normalgewichtige Erwachsene dürfen keinesfalls mehr als insgesamt 4.000 mg (4 g) über den Tag verteilt nehmen. Für Kinder liegt die Tageshöchstdosis altersabhängig viel niedriger, beachten Sie unbedingt den Beipackzettel. In die Tageshöchstdosis müssen alle verwendeten Paracetamol-haltigen Präparate einberechnet werden, auch Kombinationspräparate wie Erkältungs- oder Grippemittel. Achtung: Meist ist aus den Namen von Kombinationspräparaten wie Grippostad® oder Wick Medinait® nicht ersichtlich, dass diese Paracetamol enthalten. Angaben zu den Wirkstoffen finden Sie auf der Packung und in der Packungsbeilage. Wir erachten solche Kombinationspräparate gegen Erkältungsbeschwerden als nicht sinnvoll und riskant GPSP 6/2008, S. 10 Wer Leberprobleme hat, soll kein Paracetamol einnehmen. Paracetamol nicht mit alkoholischen Getränken schlucken.
Die FDA hat zur Sicherheit der Verbraucher im ersten Schritt die Wirkstoffmenge in verschreibungspflichtigen Kombinationspräparaten mit Paracetamol auf höchstens 325 mg (0,325 g) pro Tablette begrenzt. Über rezeptfreie Präparate will sie später entscheiden.
Weitere Informationen zu Schmerzmitteln: GPSP 1/2008, S. 3 ; GPSP 1/2008, S. 6
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