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Gute Pillen - Schlechte Pillen: 2012/01, S. 5

Vergiss Alzheimer?

Ein provokantes Buch, das nachdenklich macht

Viele Menschen haben Angst vor Vergesslichkeit und Kontrollverlust im Alter. Das führt zu unnötigen Frühuntersuchungen und angeblich vorbeugenden Behandlungen. Andere Ursachen von Gedächtnisstörungen werden verkannt. Das sind die Kernthesen der Biologin und Wissenschaftsjournalistin Cornelia Stolze.

Hirn-Check, Medical Wellness, Biomarker- und Gendiagnostik – was gibt es nicht alles, mit dem das Risiko von „Alzheimer“ im Alter gebannt werden soll. Doch dass es heilende Wunder mittel gibt, ist Wunschdenken. Bei der frühen Diagnose orientiert man sich an Symptomen wie Vergesslichkeit und Desorientierung. Aber die können viele Ursachen haben: Es gibt verschiedene Formen von Demenz, und hinter Vergesslichkeit und Verwirrtheit können auch ganz andere Erkrankungen stecken, z. B. eine Depression.

Auch eine Reihe von Medikamenten können Demenz-ähnliche Beschwerden auslösen (GPSP 4/2007, S. 11). Viele davon werden gerade alten Menschen häufig verordnet, und es kann sogar Gewinn an geistiger Fitness bedeuten, die Dosis zu verringern, sie abzusetzen oder das Präparat zu wechseln.

Mit der Angst vor Demenz kann man Geschäfte machen. Die Autorin identifiziert mehrere Akteure, die ein Interesse daran haben: Wissenschaftler, die Karriere mit der Erforschung der Krankheit machen, gehören ebenso dazu wie Pharmahersteller, die in der Angst vor Alzheimer und Demenz ein Riesengeschäft wittern. Die Verquickung von beiden Parts findet man in medizinischen Fachgesellschaften, die Empfehlungen für die ärztliche Behandlung entwickeln. Rund die Hälfte der an der Leitlinie „Demenzen“1 beteiligten 68 Ärzte stand auf der Gehaltsliste der Pharmaindustrie, und zwar als Berater, Vortragende oder weil sie Studien im Auftrag der Hersteller durchgeführt haben. Nur steht davon nichts in der Leitlinie. Offenbar sah keiner der beteiligten Damen und Herren in der Bezahlung ihrer Leistungen für die Industrie einen mitteilenswerten Interessenkonflikt.

Ohne Zweifel kann Demenz eine schwere und für Betroff ene und die Angehörigen belastende Erkrankung sein. Da ist es besonders bedenklich, wenn Menschen unnötig in Sorgen gestürzt werden: Eine Untersuchung bei Patienten und ihren Hausärzten ergab, dass diese viel zu häufig eine beginnende Demenz diagnostizieren.

Dies und vieles mehr findet sich in dem lesenswerten Buch. „Vergiss Alzheimer. Die Wahrheit über eine Krankheit, die keine ist“. Der zweite Teil des Titels ist provokant – und medizinisch so nicht korrekt. Aber das Buch ist eine wichtige Ergänzung zu konkreten Ratgebern für Demenzkranke und ihre Angehörigen (GPSP 3/2007, S. 9, 2/2009, S. 7) und zu biografischen Büchern wie dem Bericht von Arno Geiger über die Erkrankung seines Vaters2 oder der Lebensgeschichte von Helga Rohra, die an Lewy-Body-Demenz leidet.3

Cornelia Stolze (2011) Vergiss Alzheimer! Die Wahrheit über eine Krankheit, die keine ist. 245 Seiten, Köln: Kiepenheuer & Witsch, 18,99 €

 


Quellen
1 DGNPP und DGN (Hrsg.) 2009 S3 Leitlinie „Demenzen“ www.dgn.org/images/stories/dgn/pdf/s3_leitlinie_demenzen.pdf
2 Arno Geiger (2011) Der alte König im Exil. München: Hanser, 17,90 €
3 Helga Rohra (2011) Aus dem Schatten getreten. Frankfurt: Mabuse-Verlag, 16,90 €

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