Aktuelle Ausgabe GPSPAbonnierenEinzelpersonen Wer wir sindUnabhängige Information zur Gesundheit: Information pur, ohne Werbung. Die Verbraucherzeitschrift Gute Pillen – Schlechte Pillen bietet Orientierung im Pharma-Dschungel. Karikaturen
Was ist dran an den Behauptungen? Lesen Sie Penisverlängerung
Karikaturen bringen die Sache auf den Punkt, bieten meist einen speziellen Blickwinkel und sie bringen uns oft zum Schmunzeln oder Lachen. Und Lachen ist bekanntlich gesund! Deshalb gibt es in jeder Ausgabe von Gute Pillen – Schlechte Pillen eine Karikatur. Aber Sie finden alle bisher erschienenen auch hier auf unserer Webseite. |
Gute Pillen - Schlechte Pillen: 2011/06, S. 6
Vergrößerte ProstataHilft Sägepalmenfruchtextrakt?
Seit Langem dürftig sind die Belege dafür, dass Extrakte aus Früchten der Sägepalme (Sabal, Sägezahnpalme) wirklich bei einer gutartigen Vergrößerung der Prostata helfen, wenn Männer nachts mehrfach zur Toilette müssen oder der Harn nicht restlos abfließt. Das spiegelt sich in einer zusammenfassenden Auswertung von immerhin 30 Studien zu Sabal-Fruchtextrakt mit mehr als 5.000 Patienten wider: Diese Metaanalyse ließ keine Besserung der Beschwerden im Vergleich mit einem Scheinmedikament erkennen.1 Und ein etwaiger Nutzen, der in einzelnen kleineren Studien beschrieben wurde – beispielsweise weniger Toilettengänge in der Nacht – konnte durch große Studien besserer Qualität nicht bestätigt werden. Auf die Größe der Prostata hat Sägepalmenfruchtextrakt ohnehin keinen Einfluss. Dies steht bereits in Informationen von Anbietern der Präparate.2 Jetzt wurde der Pflanzenextrakt auch in höherer Dosis als üblich überprüft. Ausgehend von der normalen Tagesdosis von 320 mg hat man die Dosierungen auf 640 mg und dann sogar auf 960 mg gesteigert und die Wirkungen mit einem Scheinmedikament verglichen. Das Ergebnis der Studie mit insgesamt 369 Patienten aus den USA und Kanada spricht erneut gegen Sägepalmenfruchtextrakt. In der Tendenz scheint sich das Scheinmedikament sogar etwas besser auf die Beschwerden auszuwirken als der Pflanzenextrakt.3,4 Einer der Anbieter von Sägepalmenfruchtextrakt, Rottapharm, zeigt sich auf Anfrage dennoch „hoch erfreut“ über ein „bedeutsames Resultat“ dieser Studie, nämlich dass auch die dreifach höhere Dosis keine auffälligen unerwünschten Wirkungen ausgelöst hat.5 Solange Nutzenbelege fehlen, erscheint uns dies allerdings von untergeordneter Bedeutung. Wenn zudem der eine oder andere Anbieter behauptet, die Ergebnisse der Studie würden für sein Produkt nicht gelten, etwa weil er spezielle Herstellungsmethoden habe, läuft die Argumentation ins Leere: Sägepalmenfruchtextrakt ist nicht auf bestimmte Wirkstoffe standardisiert, da man keine Bestandteile kennt, die für die in der Werbung behaupteten Wirkungen verantwortlich sind. Genau genommen ist noch nicht einmal gewährleistet, dass der Pflanzenextrakt mit ein und demselben Präparatenamen immer die gleichen Bestandteile enthält. Leider können wir kein anderes pflanzliches Präparat empfehlen, da auch für ähnliche Produkte wie Kürbissamenextrakt oder Brennnesselwurzelextrakt aussagekräftige Studien fehlen, die einen Nutzen belegen. Erwiesenermaßen wirksam sind so genannte Alpha-1-Rezeptorenblocker wie Doxazosin. Bei regelmäßiger Einnahme lindern sie innerhalb weniger Wochen meist die Beschwerden einer vergrößerten Prostata. Diese Mittel sind verschreibungspflichtig. Auffällige unerwünschte Wirkungen sind beispielsweise Blutdruckabfall, weswegen Ärzte die Dosierung von Doxazosin zu Therapiebeginn nur langsam erhöhen, sowie beschleunigter Herzschlag (Tachykardie). Bleibt eine Besserung aus, kann der Arzt Finasterid verordnen. Auch hierfür sind positive Effekte belegt. Aber es gibt häufig Störwirkungen wie z. B. Impotenz. Es ist zudem nicht auszuschließen, dass dieser Wirkstoff sehr selten die Entwicklung von Prostatakrebs begünstigt.6
|
Über GPSPGute Pillen - Schlechte Pillen entsteht OHNE EINFLUSS DER PHARMAINDUSTRIE und erscheint OHNE WERBUNG. Mit SucheAbo-BereichZuzahlung sparenWenn Sie mit einem Rezept in die Apotheke gehen, müssen Sie in der Regel 5,- € bis 10,- € zuzahlen. Doch es gibt über 11.000 Arzneimittel, für die Sie nichts zuzahlen müssen. Unsere Suchmaschine hilft Ihnen bei der Suche nach zuzahlungsfreien Alternativen.
|