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Gute Pillen - Schlechte Pillen: 2011/02, S. 8

Kurz und knapp:

Schwanger

Was tun bei erhötem Blutdruck?

Manchmal steigt in der Schwangerschaft der Blutdruck an, was viele Ursachen haben kann. Ein leicht erhöhter Blutdruck ist für die werdende Mutter kein großes Risiko. Werte über 150-155 mm Hg systolisch und 100 mm Hg diastolisch sind aber bedenklich und sollten mit Medikamenten behandelt werden.1 Das vermindert meist auch die Entwicklung eines schweren Bluthochdrucks (über 160/110 mm Hg), der für Mutter und Kind gefährlich ist und ein Grund für eine Krankenhauseinweisung sein sollte. Wird der Blutdruck zu stark gesenkt, mindert das die Durchblutung der Plazenta und kann für das Ungeborene ein ernstes Risiko bedeuten. Im Fall einer Behandlung kommen allerdings gerade die neueren Präparate für schwangere Frauen nicht in Frage,2 weil ACE-Hemmer, Angiotensin-II-Rezeptorblocker und Aliskiren Fehlbildungen begünstigen können. Als sicher gelten hingegen Alpha-Methyldopa und Betablocker wie Metoprolol. Dieser Bewertung liegt eine großen Studie3 zugrunde.

 

Quellen
1    Der Arzneimittelbrief (2011) 45, S. 6
2    Auch nicht für stillende Mütter, denn die neueren Präparate sind hierfür nicht genügend geprüft.
3    Visintin C et al. (2010) Management of hypertensive disorders during pregnancy. BMJ; 341, S. c2207
4     Kretzer JP (2010) Pressemitteilung der Universität Heidelberg (Orthopädie) 22.12.2010
5    Alldred DP et al. (2011) The influence of formulation and medicine delivery system. BMJ Qual Saf; doi: 10.1136/bmjqs.2010.046318
6    DGE (2011) Vitamin D-Mangel in Deutschland oft überbewertet Pressemitteilung 8.2.2011
7    arznei-telegramm (2010) 41, S. 127-129
8    Rosen CJ (2011) N Eng J Med; 364, S. 248-254
9    Bingel U et al. (2011) Sci Transl Med, 3, S. 70ra14
10  Die Pharma-Kampagne gibt eine unserer Mutterzeitschriften, den Pharma-Brief, heraus.

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