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Was ist dran an den Behauptungen? Lesen Sie Testosteronmangel?

 

Karikaturen bringen die Sache auf den Punkt, bieten meist einen speziellen Blickwinkel und sie bringen uns oft zum Schmunzeln oder Lachen. Und Lachen ist bekanntlich gesund! Deshalb gibt es in jeder Ausgabe von Gute Pillen – Schlechte Pillen eine Karikatur. Aber Sie finden alle bisher erschienenen auch hier auf unserer Webseite.

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Gute Pillen - Schlechte Pillen: 2009/05, S. 9

Kurz und knapp:

Überdiagnosen bei Brustkrebs:
Screening mit Folgen

Kürzlich wurde eine Studie veröffentlicht, die herausfinden wollte, wie nützlich die Brustkrebsfrüherkennung mittels Mammografie ist.8

Die Daten aus fünf Ländern zeigen, dass durch die Einführung eines solchen Screenings für 50- bis 70-jährige kaum weniger Frauen im Alter brustkrebskrank werden als zuvor. Dabei hatte man einen deutlichen Rückgang durch frühe Diagnose erwartet. Wie kommt das?

Das Mammografie-Screening ermittelt ein Drittel mehr „Erkrankungen“ und löst bei diesen Frauen eine Behandlung aus. Diese Steigerung ist keineswegs als Erfolg der Früherkennungsmaßnahme zu interpretieren,9 denn es handelt sich um Überdiagnosen, die folgendermaßen zustande kommen können: Die Mammografie macht (auch) Krebsvorstufen sichtbar, die nie Beschwerden verursacht hätten und auch nicht zum Tod geführt hätten. Denn manche dieser „kleinen Krebse“ wachsen sehr langsam, andere gar nicht („schlafen“), und wieder andere bilden sich zurück.

Weil derartige Unterschiede sich in der Mammografie nicht abbilden, wird jeder verdächtige Krebs(hinweis) behandelt – nicht ohne Risiken für die Frau (siehe auch Interview in diesem Heft, S. 12). Zu Recht fordert das Editorial zu dieser Studie, alles daran zu setzen, die Unterschiede dingfest zu machen.

 

Quellen
1    arznei-telegramm 2009, 40, 8, S. 76
2    Pressemitteilung April 2009
3    M. Jauss u.a.: Lack of increase of cerebrovascular events during
      German World Cup soccer games in 2006, J. of Neurology 2009; 256: 863-866
4    Deutsche Gesellschaft für Urologie Pressemeldung 9.6.2009
5    Angesiedelt am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
6    Hochrechnungen zufolge könnten im Jahr 2030 bereits 13 Millionen    
      Europäer betroffen sein.
7    JOINT Meeting of the Society of Heart Valve Disease and Heart Valve Society of America,
      Berlin 27. – 30. Juni 2009
8    Jørgensen, KJ, Gøtzsche, PC: BMJ 2009, Vol. 339: b2587 published online
9    Dass im Einzelfall eine Frau von der Screening-Mammografie profitieren kann, ist unbestritten. 
10  www.dimdi.de/static/de/amg/var/index.htm
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