Aktuelle Ausgabe GPSPAbonnierenEinzelpersonen Wer wir sindUnabhängige Information zur Gesundheit: Information pur, ohne Werbung. Die Verbraucherzeitschrift Gute Pillen – Schlechte Pillen bietet Orientierung im Pharma-Dschungel. Karikaturen
Was ist dran an den Behauptungen? Lesen Sie Testosteronmangel?
Karikaturen bringen die Sache auf den Punkt, bieten meist einen speziellen Blickwinkel und sie bringen uns oft zum Schmunzeln oder Lachen. Und Lachen ist bekanntlich gesund! Deshalb gibt es in jeder Ausgabe von Gute Pillen – Schlechte Pillen eine Karikatur. Aber Sie finden alle bisher erschienenen auch hier auf unserer Webseite. |
Gute Pillen - Schlechte Pillen: 2009/05, S. 6
Deutsches Grünes KreuzGemeinnütziger Verein oder Werbeträger?Viele halten das Deutsche Grüne Kreuz für einen gemeinnützigen Verein, der Gutes für die Gesundheit tut. Was verbirgt sich jedoch hinter dem Firmengeflecht, auf das sich das Deutsche Grüne Kreuz stützt und über das es beträchtliche Gelder erhält?
Ob der gemeinnützige Verein oder eine der kommerziellen GmbHs tätig wird, lässt sich oft nicht erkennen. Auf Kampagnen, Mitteilungen und Verkaufsangeboten findet sich immer dasselbe Markenzeichen: das Grüne Kreuz. Werbende Botschaften erscheinen dadurch als Information eines gemeinnützigen Vereins und werden so aufgewertet. Selbst auf den Bestellseiten des Internet-Shops der DGK Service GmbH prangt das Grüne-Kreuz-Logo und verleiht dem Angebot eine Art Gütesiegel.4
Zweifelhafte AngeboteSo manches Angebot des DGK passt nicht zum Grundsatz des Vereins, „Verantwortung für die eigene Gesundheit“3 zu fördern. Beispielsweise fehlt für die vom DGK propagierte „individualisierte Optimierung des Mikronährstoffhaushaltes“5 oder das Auch andere Empfehlungen wecken Zweifel. Etwa die, Selen einzunehmen. Dadurch soll die Häufigkeit von Prostatakrebs „ganz erheblich“6 sinken. Dies entspricht aber nicht dem Kenntnisstand aus seriösen aktuellen Studien: Mit Selen lässt sich Prostatakarzinomen nicht vorbeugen. Personen, die an Hautkrebs erkrankt waren, erlitten sogar vermehrt Rückfälle.4 Wer Selen lange einnimmt, hat ein höheres Risiko, Diabetes zu bekommen. (GPSP 1/2009, S. 3-4) Genau genommen müsste der Verein vor vielen der von ihm oder seinen Tochterfirmen propagierten Produkten und Methoden warnen. Tut er aber nicht!
Unter falscher FlaggeIn weiten Bereichen arbeiten Tochterfirmen des DGK wie Werbeagenturen. Sie lassen sich Aktionen von anderen Firmen bezahlen, weisen diese aber nicht als Sponsoren aus, verschleiern also finanzielle Zusammenhänge und deren Größenordnung. Als die Modedesignerin Jette Joop in Fernsehwerbespots des DGK zur Impfung gegen HPV aufrief: „ …deshalb schütze ich meine Tochter schon heute vor dem Virus, das den Krebs verursachen kann. Tun Sie es auch.“,7 blieben die Geldgeber unerwähnt. Der Hersteller des HPV-Impfstoffes gehörte zu den Sponsoren der Aktion mit sechsstelligem Budget.8 Und bei der mit dem grünen Kreuz geschmückten Initiative ‚zeigt her eure Füße.’ mit dem eingängigen Slogan: Es gibt sie. Die einfache Therapie gegen Fuß- und Nagelpilz, handelte es sich um eine Werbeaktion für ein Pilzmittel der Firma Janssen-Cilag. So macht sich das DGK zum verlängerten Arm der Hersteller von Arzneimitteln und Nahrungsergänzungen.4
Allgegenwärtiger MeinungsbildnerDas DGK ist stolz auf seinen Einfluss. Nach eigenen Angaben erreicht es im Jahr mehr als eine Milliarde Exemplare Tageszeitungen und bis zu 1.500 Radiosendungen. Jährlich entstehen etwa 200 TV-Beiträge in Zusammenarbeit mit dem DGK. Als Folge dieser Kooperation wurden in Fernsehserien wie „In aller Freundschaft“ z.B. verschreibungspflichtige Mittel gegen die Alzheimererkrankung erwähnt. Solche Art von Schleichwerbung soll inzwischen abgestellt worden sein – zumindest in den öffentlich rechtlichen Medien.9 Wir vermissen eine eindeutige Trennung von Mitteilungen des Vereins und Angeboten der angeschlossenen (nicht gemeinnützigen) GmbHs. Diese verschaffen sich durch Verwendung des Markensymbols des DKG einen Vorteil gegenüber anderen kommerziellen Mitbewerbern. Ohnehin scheinen die Unterschiede zwischen den Teilen des Firmenverbunds hauptsächlich auf dem Papier zu existieren. Ehemalige Mitarbeiter des DGK bestätigen die enge Verflechtung.10 Die wirtschaftlichen Ziele des Firmenverbandes des DGK sind derart dominant, dass die Gemeinnützigkeit des DGK fraglich erscheint. Auf viele Informationen aus dem Hause des Grünen Kreuzes ist – so finden wir – kein Verlass.
Quellen
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