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Karikaturen bringen die Sache auf den Punkt, bieten meist einen speziellen Blickwinkel und sie bringen uns oft zum Schmunzeln oder Lachen. Und Lachen ist bekanntlich gesund! Deshalb gibt es in jeder Ausgabe von Gute Pillen – Schlechte Pillen eine Karikatur. Aber Sie finden alle bisher erschienenen auch hier auf unserer Webseite.

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Gute Pillen - Schlechte Pillen: 2009/01, S. 6

Arzneimittelstudien in den Medien

Nur die halbe Wahrheit

Es ist gut, dass Zeitungen heutzutage viel über Arzneimittelstudien berichten. Schlecht ist, dass Journalisten oft wesentliche und aufschlussreiche Angaben unter den Tisch fallen lassen. Diese Schwachstelle in der Berichterstattung haben US-amerikanische Ärzte gefunden, als sie Artikel zu Arzneimitteln auswerteten.1  

Verbraucher haben das Recht, unverfälscht über Forschungsergebnisse informiert zu werden. Journalisten sollten deshalb Forschungsergebnisse sachlich darstellen und darüber hinaus relevante Einflussfaktoren aufdecken. Zum Beispiel kommen Studien, die von Arzneimittelherstellern gefördert werden, häufiger zu positiven Ergebnissen als Untersuchungen, die von unabhängiger Seite bezahlt werden.

US-amerikanische Wissenschaftler machen jetzt auf diese Missstände aufmerksam. Sie untersuchten 306 Zeitungsberichte, in denen über industriefinanzierte Arzneimittelstudien berichtetet wurde: Bei 130 (42%) Artikeln fehlte der Hinweis, dass die Forschung von einem der betroffenen Hersteller gesponsert worden war. Häufig nannten die Journalisten nur die Markennamen und nicht die Wirkstoffbezeichnung. Der Grund ist nachvollziehbar: Warenzeichen lassen sich meist einfacher lesen und aussprechen als Wirkstoffbezeichnungen und sind daher für Nicht-Mediziner einprägsamer. Präparatenamen wie Aspirin® oder Viagra® kennt praktisch jeder, während Acetylsalicylsäure oder Sildenafil komplizierter zu lesen und daher weniger bekannt sind. Aber jede Nennung eines Markennamens bedeutet Werbung für den Hersteller – vor allem wenn Positives über das Mittel berichtet wird. Denn der Name bleibt in der Erinnerung. Journalisten sollten immer den Wirkstoff nennen, folgern die Autoren der Publikation.
Die Ergebnisse aus den USA gelten nach unseren Erfahrungen in Deutschland gleichermaßen.

In Gute Pillen – Schlechte Pillen benutzen wir vorrangig die Wirkstoffbezeichnung. Davon weichen wir nur selten ab. Beispielsweise wenn ein Präparat mehrere Bestandteile enthält, wenn wir Eigenschaften eines bestimmten Produktes bewerten wie Qualitätsmängel oder Werbeversprechungen eines Herstellers hinterfragen.

 

1    Hochman, M. et al.: J. Am. Med. Ass. 2008; 300: 1544-50. Ausgewertet wurden 175 Tageszeitungs¬artikel und 131 Artikel von Internet¬portalen mit
      tagesaktueller Berichterstattung, die sich alle auf herstellergesponserte Studien bezogen.

 
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