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Karikaturen bringen die Sache auf den Punkt, bieten meist einen speziellen Blickwinkel und sie bringen uns oft zum Schmunzeln oder Lachen. Und Lachen ist bekanntlich gesund! Deshalb gibt es in jeder Ausgabe von Gute Pillen – Schlechte Pillen eine Karikatur. Aber Sie finden alle bisher erschienenen auch hier auf unserer Webseite. |
Gute Pillen - Schlechte Pillen: 2008/06, S. 6
Lausiger LäuseatlasVorbeugung kaum möglichDie Firma Dr. Wolff präsentiert im Internet den so genannten Etopril-Läuseatlas 2008®. Man braucht lediglich eine Postleitzahl einzugeben – „egal ob von zu Hause, von der Arbeitstelle oder von den lieben Verwandten“, wie eine junge Dame auf dem Bildschirm erläutert – und erfährt sogleich, wie hoch angeblich die Läusewahrscheinlichkeit vor Ort ist.1
Der „Atlas“ wird im Internet unter verschiedenen Adressen von Texten flankiert wie „NRW-Städte stark von Lausbefall betroffen“ oder „Deutsche Kopfläuse fühlen sich in Wuppertal und Gelsenkirchen am wohlsten“. Als Kontaktadresse lesen wir – wer hätte das gedacht – die „Dr. Wolff-Forschung“. Große Forschung steckt allerdings nicht hinter dem Atlas. Es wurde lediglich die Zahl aller 2007 in Apotheken verkauften Läusemittel auf die Kinderzahl vor Ort bezogen. Je mehr Kinder an einem Ort leben, desto höher ist dann dort die Wahrscheinlichkeit von Kopfläusen. So einfach ist das. Und gleichzeitig so nichtssagend. Was erfährt man denn Neues, wenn mitgeteilt wird, dass man in einem Gebiet wohnt, in dem viele Kinder leben und damit häufiger Läuse vorkommen? Schließlich gibt es keine sinnvolle Vorbeugung. Die Vorstellung, dass Eltern in „Risikogebieten“ ihre Kinder täglich nach Läusen absuchen könnten, ist absurd – weder sinnvoll noch langfristig durchzuhalten. Und nicht zuletzt: Was die errechneten Verbreitungswahrscheinlichkeiten bedeuten, bleibt unklar, da die Angabe fehlt, für welchen Zeitraum Prophezeiungen wie „Läuse bei sieben bis neun von zehn Kindern“ gelten sollen. Die Firma Dr. Wolff ist uns bereits durch eine zweifelhafte Offener-Brief-Aktion aufgefallen (GPSP 2/2008, S. 10). Der so genannte Läuseatlas ist ein raffiniertes Werbeinstrument, dessen Informationsgehalt wir für nicht hilfreich halten.
1 www.laeuseatlas.de/Hier finden Sie weitere Artikel zu verwandten Themen: |
Über GPSPGute Pillen - Schlechte Pillen entsteht OHNE EINFLUSS DER PHARMAINDUSTRIE und erscheint OHNE WERBUNG. Mit SucheWeitere SchlagworteDr. WolffEtopril®Goldgeist® forteLäuseLäuseatlasMosquito® LäuseshampooNydal® L PumplösungAbo-BereichZuzahlung sparenWenn Sie mit einem Rezept in die Apotheke gehen, müssen Sie in der Regel 5,- € bis 10,- € zuzahlen. Doch es gibt über 11.000 Arzneimittel, für die Sie nichts zuzahlen müssen. Unsere Suchmaschine hilft Ihnen bei der Suche nach zuzahlungsfreien Alternativen.
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