Unabhängige Information zur Gesundheit: Information pur, ohne Werbung. Die Verbraucherzeitschrift Gute Pillen – Schlechte Pillen bietet Orientierung im Pharma-Dschungel.
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| Warum Gute Pillen – Schlechte Pillen"? Säureblocker, die so genannten Protonenpumpen-Hemmer (PPI), vermindern die Säurebildung im Magen. Sie sind bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren oft nützlich, auch bei heftigem Sodbrennen (Refluxkrankheit). Doch eine langfristige Einnahme ist häufig überflüssig und hat besondere Risiken. Alle Jahre wieder wird im Herbst zur Grippeimpfung aufgerufen. Vor allem Menschen über 60 Jahre oder mit chronischen Erkrankungen sollen von der Impfung profitieren. Aber es ist umstritten, wie groß der Schutz wirklich ist.
Die Firma Dr. Wolff präsentiert im Internet den so genannten Etopril-Läuseatlas 2008®. Man braucht lediglich eine Postleitzahl einzugeben – „egal ob von zu Hause, von der Arbeitstelle oder von den lieben Verwandten“, wie eine junge Dame auf dem Bildschirm erläutert – und erfährt sogleich, wie hoch angeblich die Läusewahrscheinlichkeit vor Ort ist. Das Schweizer Heilmittelinstitut Swissmedic hat Actilife® Kieselerde mit sofortiger Wirkung vom Markt genommen. In dem zur „Ergänzung der Nahrung bei Störungen des Nagel- und Haarwachstums“ angebotenen Pulver stellten Analytiker Radioaktivität oberhalb der Grenzwerte für Lebensmittel fest. „Erkältungskrankheiten“ werden meist von Viren ausgelöst. Solchen Krankheitserregern können Vitamine aber nichts anhaben. Auch nicht das vielgepriesene Vitamin C. Eine bestimmte Gruppe von Antibiotika, die Gyrasehemmer (z.B. Ciprofloxacin, Levofloxacin, Ofloxacin), können Sehnen schädigen, Reizungen und Entzündungen auslösen und die Reißfestigkeit verringern. Gerade in der dunklen Jahreszeit versuchen viele Menschen, durch Räucherstäbchen und andere Dufterzeuger zu Hause eine Wohlfühlatmosphäre herzustellen. Patientenorganisationen genießen eine hohe Glaubwürdigkeit. Darum benutzen Pharmafirmen sie auch gerne für Propagandazwecke. Zum Beispiel die „Deutsche Gesellschaft für Versicherte und Patienten“ (DGVP). Starke Schmerzen muss man nicht aushalten, sondern sollte sie gezielt behandeln (GPSP 1/2008, S. 3-6). Denn sie beeinträchtigen den ganzen Menschen. Seit Jahren bemühen sich Patientenvertreter und einige Fachorganisationen darum, das Wirkstoffe der Hanfpflanze Cannabis (Haschisch) als Medikament verordnet werden dürfen. Wick MediNait® ist seit langem ein Hit unter den Erkältungsmedikamenten. 2,7 Millionen Fläschchen des rezeptfreien Mittels wurden 2007 in deutschen Apotheken verkauft. Die Werbung verspricht Linderung von Beschwerden wie Schnupfen, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen. Aber dass der Saft nicht harmlos ist, verraten seine Bestandteile.
Mehrfach warnten wir vor bedrohlichen Wirkungen der Abnehmpille Rimonabant (Acomplia®) wie Angst und Depression bis hin zu Selbsttötungen (siehe GPSP 5/2007, S. 12). Im Oktober 2008 hat die europäische Arzneimittelbehörde EMEA Rimonabant endlich vom Markt genommen, weil der Nutzen des Mittels die Risiken „nicht länger“ aufwiege. Haben Sie schon den Herrn gesehen, der mit zusammengekniffenen Pobacken das Konzert vor der Pause verließ? Oder die Dame, die mit entsetzlichem Darm-Grummeln beim Geburtstagskaffee das Weite suchte? Wir tippen künftig auf „ölige Stühle“. Nein, keiner ist vom Stuhl geglitten! Die europäische Arzneimittelbehörde hat kürzlich dem Konzern GlaxoSmithKline (GSK)
Nach einem flotten Wiener Walzer oder einer wilden Karussellfahrt ist Drehschwindel normal und kein Anlass zur Sorge, auch nicht wenn einem übel wird. Aber es gibt Schwindelattacken, die kaum auszuhalten sind, nicht so bald von selbst vergehen oder immer wiederkommen. Manche können gut behandelt werden, ganz ohne Medikamente. Andere nicht. Einige Arzneimittel für Kranke mit erhöhtem Blutzucker (Diabetes mellitus) sind wichtig, da diese nicht nur den Blutzucker senken, sondern auch Spätfolgen der Erkrankung verringern, die Lebensqualität verbessern und die Lebenserwartung erhöhen. Dazu gehören Insulin, Glibenclamid und – bei Übergewicht – Metformin und natürlich eine angepasste Ernährung. Auf Rosiglitazon (Avandia®) sollte aber besser verzichtet werden, denn die Risiken sind größer als der Nutzen. Vorsicht! Gepanschtes aus dem Internet Wenn Sie mit einem Rezept in die Apotheke gehen, müssen Sie in der
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