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Gute Pillen - Schlechte Pillen: 2008/05, S. 8

Kurz und knapp:

Gefährlich:
Medikamente im Wasser

Es ist kein Geheimnis, dass große Mengen von Arzneimitteln in die Umwelt und von dort auch ins Trinkwasser gelangen. Zu den berüchtigten Beispielen gehört das Schmerzmittel Diclofenac, von dem 70% den Körper unverändert verlassen und mit dem Urin ins Abwasser fließen. Etwa 90 Tonnen des Wirkstoffs werden jährlich in Deutschland verbraucht, 63 Tonnen gelangen demnach in den Wasserkreislauf.7

Die Klärwerke kapitulieren, weil die Konzentration – selbst von Diclofenac – im Abwasser zu gering ist, um das Medikament gezielt herauszufischen. Das ist auch eine Kostenfrage. Schweden geht das Problem an der Wurzel an: Ärzte sind gehalten, bei gleicher Wirksamkeit das jeweils umweltfreundlichere Medikament zu verschreiben. Dazu gibt es Listen, in denen die Umweltverträglichkeit eines Arzneimittels nach Kriterien wie Stabilität und Anreicherung in der Umwelt bewertet ist.8

Übrigens: Abgelaufene Medikamente gehören nicht in die Toilette, sondern zurück in die Apotheke (GPSP 6/2006, Seite 10).

 

Quellen
1    R.B.Saper u.a., JAMA 2008, 300,  S. 915-923
2    www.ayurveda-verband.eu/uploads/tx_formulare/metalle_ayurveda.pdf
3    Siehe Interview in diesem Heft, S. 12
4    arznei-telegramm 2008, Bd. 39, Nr. 7, S. 80
5    Bundesinstitut für Risikobewertung, Pressedienst
      vom 5.5.2008 und angehängte Stellungnahmen (Nr. 17 und Nr. 18 von 2008)
6    Empfohlen werden: Obst, Gemüse, Salat, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte täglich.
      Wenig fette Wurst und Käse, wenig Schokolade, Kuchen, Kartoffelchips und Kochsalz.
      Lieber fettarme Milchprodukte kaufen und mit Öl statt Butter kochen. Beim Wein sind
      die trockenen Sorten günstiger, Alkohol nur in Maßen trinken.
7    Deutsches Ärzteblatt 2008, 105, Heft 24, S. C1118
8    www.fass.se/LIF/miljo/miljoinfo.jsp
9    M.B. Schwartz u.a, Journal of the American Dietetic Association 2008, Bd. 1008, Nr. 4, S. 702-705.
10  Mit fast 60.000 Neuerkrankungen jährlich ist Prostatakrebs die häufigste Krebsart bei Männern.
      Zum Glück wächst der Tumor oft sehr langsam und muss nicht immer entfernt werden.

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