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Karikaturen bringen die Sache auf den Punkt, bieten meist einen speziellen Blickwinkel und sie bringen uns oft zum Schmunzeln oder Lachen. Und Lachen ist bekanntlich gesund! Deshalb gibt es in jeder Ausgabe von Gute Pillen – Schlechte Pillen eine Karikatur. Aber Sie finden alle bisher erschienenen auch hier auf unserer Webseite.

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Gute Pillen - Schlechte Pillen: 2008/04, S. 8

Kurz und knapp:

Placebo-Wahn:
Kinder an Pillen gewöhnen?

In einer Gesellschaft, in der es üblich ist, bei allen möglichen Beschwerden zum Medikament zu greifen, ist es nur konsequent, dass man eine Pille auch dann einsetzt, wenn sie eindeutig überflüssig ist – weil nämlich in der Arznei gar kein Wirkstoff steckt – und Zuwendung und Ruhe bereits helfen würden.

Die Rede ist von der Plazebowirkung. (GPSP 3/2008, S. 11) Nun wird versucht, den zweifel­haften Nutzen von Pillen in jeder Lebenslage in Zukunft noch besser in den Köpfen von Kindern zu verankern – durch ein Mittel, das eine US-amerikanische Mutter per „placebo store“5 (Plazebo-Laden) vertreibt.

Ihr Verkaufsargument: Auch liebevolle Umarmung und Küsse hätten Plazebowirkung, nur reiche die manchmal nicht. Eltern könnten ihre Kinder auch prima mit einem Scheinmedikament versorgen. Im Internet-Laden der geschäfts­tüchtigen Mutter wird bisher nur eine einzige Pille angeboten: „Obecalp“ – eine Kautablette mit Kirschgeschmack. Mit weiteren Geschmacksrichtungen und anderen Zubereitungen ist wohl zu rechnen. Wenn Sie wissen möchten, was sonst noch in dem Scheinmedikament steckt: Lesen Sie das Wort rückwärts.

 

Quellen
1    Mertz K.J., Weiss H.B.: Am. J. Publ. Health 2008, elektron. vorveröff. am 12. Juni 2008
2    Furian G, Hnatek-Petrak K: Zeitschr. Verkehrsrecht 2006,9,427
3    Bone A. et al.: Br. Med. J. 2008; 336: 1426-8
4    arznei-telegramm 2008, 39, Nr. 6, S. 72
5    www.placebostore.com
6    arznei-telegramm 2008, 39. Nr. 6, S. 69
7    Forschungsreport 1/2008 Hrsg. Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und
      Verbraucherschutz (Heft 37) S. 34 - 38
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