Aktuelle Ausgabe GPSPAbonnierenEinzelpersonen Wer wir sindUnabhängige Information zur Gesundheit: Information pur, ohne Werbung. Die Verbraucherzeitschrift Gute Pillen – Schlechte Pillen bietet Orientierung im Pharma-Dschungel. Karikaturen
Was ist dran an den Behauptungen? Lesen Sie Testosteronmangel?
Karikaturen bringen die Sache auf den Punkt, bieten meist einen speziellen Blickwinkel und sie bringen uns oft zum Schmunzeln oder Lachen. Und Lachen ist bekanntlich gesund! Deshalb gibt es in jeder Ausgabe von Gute Pillen – Schlechte Pillen eine Karikatur. Aber Sie finden alle bisher erschienenen auch hier auf unserer Webseite. |
Gute Pillen - Schlechte Pillen: 2008/04, S. 14
ArzneimittelfälschungenLukrativer als Drogen„Arzneimittel zu fälschen ist für Kriminelle lukrativer als der Drogenhandel“, schreibt die Apotheker Zeitung. „So kostet ein Kilogramm Viagra®-Plagiat rund 90.000 Euro auf dem Schwarzmarkt, in der Herstellung kostet es nur 40 Euro. ... Ein Kilo Heroin hat dagegen Kosten von rund 1.300 Euro und kann für 30.000 bis 50.000 Euro weiterverkauft werden“.1 Wen wundert es da, dass billig zu kopierendes Viagra® weltweit die Nummer eins unter den gefälschten Arzneimitteln ist?
Oft begründen Pharmafirmen ihre hohen Preise mit den erheblichen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung – obwohl tatsächlich doppelt so viel Geld in Werbemaßnahmen fließt. Aber selbst dieses Argument greift bei Viagra® nicht. Ursprünglich wurde Sildenafil nämlich als Mittel gegen Herzschmerzen (Angina pectoris) erprobt. Dabei beobachteten Männer, die das Mittel eingenommen hatten, eine Zunahme von Erektionen. Diese Nebenwirkung, ein Zufallsbefund, wurde dann zum Hauptanwendungsgebiet von Sildenafil gemacht. Für Sildenafil als Mittel gegen Angina pectoris hätte der Hersteller Pfizer allenfalls einen Preis von vielleicht einem Euro pro Tagesdosis erzielen können. Erst die Vermarktung als Mittel gegen Erektionsstörungen hat es der Firma ermöglicht, eine einzelne Tablette auf 11 Euro bis 15 Euro zu taxieren und den Preis tatsächlich durchzusetzen. Viagra® ist ein gutes Beispiel für eine Regel: Arzneimittel, die als „Innovation“ auf den Markt kommen, werden nicht nach ihren tatsächlichen Kosten für Forschung und Herstellung kalkuliert. Der Preis orientiert sich daran, was der Markt hergibt – im Fall Viagra® daran, was Männer bereit sind, für die Steigerung ihrer Potenz zu zahlen. Gleichzeitig setzen diese Phantasiepreise kriminelle Energie frei.
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