Aktuelle Ausgabe GPSPAbonnierenEinzelpersonen Wer wir sindUnabhängige Information zur Gesundheit: Information pur, ohne Werbung. Die Verbraucherzeitschrift Gute Pillen – Schlechte Pillen bietet Orientierung im Pharma-Dschungel. KarikaturenWas ist dran an den Behauptungen? Lesen Sie Rundum befragt - rundum betreut
Karikaturen bringen die Sache auf den Punkt, bieten meist einen speziellen Blickwinkel und sie bringen uns oft zum Schmunzeln oder Lachen. Und Lachen ist bekanntlich gesund! Deshalb gibt es in jeder Ausgabe von Gute Pillen – Schlechte Pillen eine Karikatur. Aber Sie finden alle bisher erschienenen auch hier auf unserer Webseite. |
Gute Pillen - Schlechte Pillen: 2008/02, S. 7
Pflaster zum Abnehmen oder Geld verdienen?Für viele ein Traum: „Die einfache Methode, um unerwünschte Kilos [...] für immer los zu werden!“.1 Solche Werbebehauptungen für das Jen Fe Pflaster grenzen an Quacksalberei. Bedenklich sind auch die zweifelhaften Vertriebsmethoden.
Ein Monatsvorrat Pflaster kostet 71,95 €. Schneller wirken sollen die Jen Fe Plus Pflaster für 119,95 €, die mit Auszügen der „Goabohne“ und „der afrikanischen Pflanze Griffonia simplicifolia“2 angereichert sind. Die Begründungen für den Einsatz der bunten Mischung sind abenteuerlich. Aus dem Pflaster sollen „positive Wirkungen auf den Menschen teilweise auch ohne stoffliche Aufnahme allein durch Informationsübertragung eintreten.“2 Oder: „Aus dem Pflaster heraus ist die stoffliche Aufnahme jedoch sehr gering, so dass der Nutzen für das Wohlfühlgewicht nicht in herkömmlichen Denkmustern erklärbar ist.“1 Da wundert einen gar nichts mehr. Eine angeblich durchgeführte „klinische Studie“3 scheint ein Fantasieprodukt der Anbieter zu sein, in der Fachliteratur4 finden wir keine Hinweise auf eine solche Untersuchung. An anderer Stelle macht man es sich noch einfacher: „Quelle: Heilpraktiker Kurt Peller“.5
Zweifelhaftes VertriebssystemAuf der Webseite des Vertreibers Nexeurope kann der interessierte Kunde das Produkt kaufen, wird aber auch aufgefordert, „Vertragshändler“ zu werden. Er soll sechs Monatspackungen erwerben und eine eigene Webseite für ein Jahr mieten. Das Paket kostet 458,15 €. Gelockt wird mit enormen Verdienstmöglichkeiten. Wer mitmacht, soll nicht nur Pflaster verkaufen, sondern zugleich neue Händler anwerben. Neudeutsch nennt man das schönredend Network Marketing: Aussichten auf besseren Verdienst hat nur, wer zwei Händler anheuert. Diese brauchen ihrerseits wieder je zwei Händler usw. Verlockend ist die Aussicht auf eine wöchentliche „garantierte Auszahlung von 75% des gesamten unternehmensweiten Geschäftsumsatzes“1 an die Händler. Die Ausschüttung der Gewinne funktioniert nach einem schwer durchschaubaren Punktesystem. Offen bleibt, wie viele Pflaster man verkaufen muss. Hat man die intransparente Mindestzahl von Punkten zum Monatsende nicht erreicht, verfallen alle. Weitere Klauseln führen ebenfalls zum Verlust der Provision. Das Jen Fe Pflaster ist nicht nur ein Produkt, für das wir keinen Nutzen erkennen, sondern das auch schnell zum Problem werden kann. Wer sich als Vertragshändler bindet, geht erhebliche finanzielle Risiken ein. Der enorme Druck zum Anwerben weiterer „Unterhändler“ kann zur Belastungsprobe für Verwandtschaft und Freundeskreis werden.
|
Über GPSPGute Pillen - Schlechte Pillen entsteht OHNE EINFLUSS DER PHARMAINDUSTRIE und erscheint OHNE WERBUNG. Mit SucheAbo-BereichZuzahlung sparenWenn Sie mit einem Rezept in die Apotheke gehen, müssen Sie in der Regel 5,- € bis 10,- € zuzahlen. Doch es gibt über 11.000 Arzneimittel, für die Sie nichts zuzahlen müssen. Unsere Suchmaschine hilft Ihnen bei der Suche nach zuzahlungsfreien Alternativen.
|