Aktuelle Ausgabe GPSPAbonnierenEinzelpersonen Wer wir sindUnabhängige Information zur Gesundheit: Information pur, ohne Werbung. Die Verbraucherzeitschrift Gute Pillen – Schlechte Pillen bietet Orientierung im Pharma-Dschungel. Karikaturen
Was ist dran an den Behauptungen? Lesen Sie Testosteronmangel?
Karikaturen bringen die Sache auf den Punkt, bieten meist einen speziellen Blickwinkel und sie bringen uns oft zum Schmunzeln oder Lachen. Und Lachen ist bekanntlich gesund! Deshalb gibt es in jeder Ausgabe von Gute Pillen – Schlechte Pillen eine Karikatur. Aber Sie finden alle bisher erschienenen auch hier auf unserer Webseite. |
Gute Pillen - Schlechte Pillen: 2008/02, S. 15
LeserbriefeMelatonin als Schlafmittel?
„In niederländischen Drogerien kann man Melatonin gegen Schlafstörungen kaufen. Ist das zu empfehlen?“ R.R.
Der Nutzen von Melatonin als Schlafmittel ist relativ gering. Nur drei von zehn Anwendern beschreiben eine deutliche Verbesserung ihrer Schlafprobleme. Das bedeutet, dass sieben von zehn Personen trotz Melatonin nicht deutlich besser (ein)schlafen. In einem dreiwöchigen Vergleich verkürzt Melatonin die Zeit bis zum Einschlafen um durchschnittlich etwa 10 Minuten – kein überzeugendes Ergebnis. Die behauptete Wirksamkeit gegen Jetlag bei Fernreisen konnte bisher nicht wissenschaftlich bestätigt werden.1 Möglicherweise hat Melatonin mehr Risiken als man angesichts des mageren Nutzens als Schlafhilfe in Kauf nehmen kann. Es kann zu Reizbarkeit und Nervosität, Albträumen, Migräne, Ruhelosigkeit, Verstopfung, Gewichtszunahme und mehr kommen. Melatonin ist also nicht, wie oft angenommen, eine harmloses „Nahrungsergänzung“. Wir empfehlen, mit Entspannungstechniken den Schlaf zu fördern oder mit ärztlichem Knowhow ein Präparat für einen kurzzeitigen medikamentösen Behandlungsversuch auszuwählen.
Migränemittel für ältere Menschen?
„Ich bin 76 Jahre alt und nehme seit mehr als 10 Jahren bei Migräneanfällen Sumatriptan. Laut Beipackzettel hat man keine Erfahrungen bei der Anwendung bei älteren Menschen. Daher wird die Anwendung bei älteren Menschen nicht empfohlen. Das lese ich seit Anfang an bis heute. Haben Sie inzwischen Hinweise über Verträglichkeiten im Alter?“ G.L.
Prinzipiell können ältere Menschen aber eher durch Arzneimittel geschädigt werden als jüngere, beispielsweise weil die Ausscheidungsfunktionen von Leber und Nieren altersabhängig abnehmen. So gilt auch bei Sumatriptan besondere Vorsicht bei eingeschränkter Nierenfunktion (damit sich der Wirkstoff bei mehrfacher Anwendung nicht im Körper anhäuft). In der Regel werden daher im höheren Alter vorzugsweise niedrige Dosierungen verwendet. Grund zur Vorsicht bei Sumatriptan im höheren Alter besteht auch, weil bei Männern bereits ab 40 Jahren das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt. Da Wirkstoffe wie Sumatriptan Herzschmerzen (Angina pectoris), selten auch Herzinfarkte oder Herzrhythmusstörungen begünstigen können, sollten im Fall von Herzerkrankungen (akut oder in der Vorgeschichte) – und besonders bei Rauchern – Wirkstoffe aus der Sumatriptangruppe besser gemieden werden.
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