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Gute Pillen - Schlechte Pillen: 2008/01, S. 6

Leberschäden durch Herbalife®

Abnehmen um jeden Preis?

Die Werbung für Herbalife®-Gesundheitsprodukte spart nicht an Superlativen. Sie sollen den „höchst möglichen Standards gerecht werden und diesen oft noch übertreffen“1. Donnerwetter, mag der Leser denken, besser als „höchst möglich“! Jenseits solcher sprachlichen Auswüchse des Marketings ist wenig bekannt, dass Herbalife®-Produkte auch Nebenwirkungen haben können.


Gleich zwei Veröffentlichungen – aus Israel und der Schweiz – beschreiben jetzt Leberschäden in Verbindung mit Herbalife®-Produkten bei insgesamt 22 Personen. Die Beschwerden äußern sich in Müdigkeit, Appetit- und Gewichtsverlust und Gelbsucht. Zwei Patienten mit Leberentzündung benötigten sogar eine Lebertransplantation, die nur einem das Leben rettete.2 Bei immerhin fünf Patienten bewerten die berichtenden Ärzte den Zusammenhang zwischen Herbalife®-Produkten und Leberschädigung als sicher, bei 13 als wahrscheinlich.

Welche Bestandteile die Leber geschädigt haben könnten, lässt sich allerdings nicht klären, da die Betroffenen zwischen 3 und 17(!) verschiedene Herbalife®-Produkte verwendet haben. Einige Anwender waren – im Gegensatz zu den Ärzten  – offensichtlich nicht davon überzeugt, dass Herbalife® der Grund für die Leberprobleme gewesen sein könnte und verwendeten die Produkte nach Abklingen der Beschwerden gegen ärztlichen Rat erneut. Bei fünf von ihnen hatte dies zu Folge, dass ihre Leber wieder erkrankt ist.

Die als „Berater“ bezeichneten Verkäufer von Herbalife® sind in der Regel keine gelernten Ernährungsberater. Oft sind sie selbst Anwender, die der Familie und dem Freundeskreis die Produkte andienen.

Nahrungsergänzungsmittel gelten allgemein als „natürlicher“ Beitrag zur Ernährung und daher als unbedenklich. Zu vermuten ist daher eine hohe Dunkelziffer nicht erfasster unerwünschter Effekte. Bei Verdacht auf Schädigung der Leber sollten Herbalife®-Produkte sofort abgesetzt werden.

 

Quellen
1    Herbalife GmbH: Herbalife® Produktinformationshandbuch, Stand Aug. 2001
2    arznei-telegramm 2008; 39: 15-6

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