Aktuelle Ausgabe GPSPAbonnierenEinzelpersonen Wer wir sindUnabhängige Information zur Gesundheit: Information pur, ohne Werbung. Die Verbraucherzeitschrift Gute Pillen – Schlechte Pillen bietet Orientierung im Pharma-Dschungel. Karikaturen
Was ist dran an den Behauptungen? Lesen Sie Testosteronmangel?
Karikaturen bringen die Sache auf den Punkt, bieten meist einen speziellen Blickwinkel und sie bringen uns oft zum Schmunzeln oder Lachen. Und Lachen ist bekanntlich gesund! Deshalb gibt es in jeder Ausgabe von Gute Pillen – Schlechte Pillen eine Karikatur. Aber Sie finden alle bisher erschienenen auch hier auf unserer Webseite. |
Gute Pillen - Schlechte Pillen: 2008/01, S. 10
Kann das gut gehen?Rabattverträge zwischen Pharmaherstellern und KrankenkassenDurch Festbeträge und den Wegfall von Zuzahlungen für besonders preiswerte Medikamente hat der Staat bislang recht erfolgreich den Kostenanstieg für Arzneimittel begrenzt. Neuerdings kann jede Krankenkasse zusätzlich mit Medikamentenherstellern niedrigere Preise aushandeln. Doch das bringt wenig und hat so manche Schattenseiten.
GeheimverträgeBedenklich ist aber, was hinter den Kulissen läuft: Da handeln Krankenkassen und Arzneimittelhersteller geheime Verträge aus, beispielsweise über Rabatte für einzelne Präparate oder für ganze Firmensortimente. Die Kassen sind mit Auskünften äußerst zurückhaltend. Auf Nachfrage erfährt man höchstens, welche Summe die Kasse eingespart hat oder will, aber nicht, wie viel Rabatt vereinabart wurde. Im Vergleich zu bisherigen Maßnahmen ist die Einsparung allerdings äußerst bescheiden und dürfte auf Dauer nur wenig über ein Prozent an den Gesamtausgaben für Arzneimittel liegen. Kassen auf SchnäppchenjagdRabattverträge beinhalten keineswegs nur Preisnachlässe, sondern auch andere Vergünstigungen von Seiten der Hersteller. Problematisch können beispielsweise die so genannten Mehrwertverträge sein, bei denen Firmen den Krankenkassen anstelle von – oder zusätzlich zu – einem Rabatt gleich noch Schulungen, Raucherentwöhnungskurse oder Ähnliches für die Versicherten anbieten. Wird hier nicht der Bock zum Gärtner gemacht? Dass Firmen primär ein Interesse daran haben, ihre Produkte zu verkaufen und keine unabhängigen Informationen verbreiten, dürfte auch den Krankenkassen bekannt sein – und ist ständiges Thema in GPSP! Manche Firmen wollen sich jetzt auch mit so genannten Risk-Sharing-Verträgen an finanziellen Risiken beteiligen. Voraussetzung ist, dass sich die Kassen dann für die Verordnung spezieller und teurer Arzneimittel stark machen, so zum Beispiel die DAK für das Osteoporosemittel Aclasta® (Zoledronat) von Novartis. Versagt das Medikament, kommt es also innerhalb eines Jahres zu einem Knochenbruch, zahlt die Firma die Medikamentenkosten für den betroffenen Patienten an die Kasse zurück. Was den finanziellen Vorteil für die Kassen angeht, scheint dabei das Prinzip Hoffnung zu regieren: „Genaue Zahlen sind zwar nicht vorhersagbar, sparen wollen wir in jedem Fall“, so die DAK.1 Das Gegenteil wird der Fall sein: Da Knochenbrüche relativ selten vorkommen und unter der Behandlung noch seltener, müsste die Firma pro tausend Frauen, die das Medikament erhalten, pro Jahr etwa 16.000 € erstatten. Tausend Frauen mit Aclasta® zu behandeln kostet aber rund 560.000 €. Der gleiche Behandlungserfolg ließe sich mit ebenso wirksamen und besser erprobten Mitteln erzielen. Das würde gut ein Drittel weniger kosten, und zwar ganz ohne „Risk-Sharing“.2 Abmachungen, die nur wenige Arzneimittelhersteller einbeziehen, können letztlich zu monopolartigen Marktstrukturen und damit zu Preiswillkür führen. Am schlimmsten aber ist, dass die geheimen Abmachungen zwischen Pharmaindustrie und Krankenkassen ein hohes Risiko für Korruption bedeuten – vergleichbar beispielsweise mit der Situation in der Bauwirtschaft.
Quellen
|
Über GPSPGute Pillen - Schlechte Pillen entsteht OHNE EINFLUSS DER PHARMAINDUSTRIE und erscheint OHNE WERBUNG. Mit SucheAbo-BereichZuzahlung sparenWenn Sie mit einem Rezept in die Apotheke gehen, müssen Sie in der Regel 5,- € bis 10,- € zuzahlen. Doch es gibt über 11.000 Arzneimittel, für die Sie nichts zuzahlen müssen. Unsere Suchmaschine hilft Ihnen bei der Suche nach zuzahlungsfreien Alternativen.
|