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Karikaturen bringen die Sache auf den Punkt, bieten meist einen speziellen Blickwinkel und sie bringen uns oft zum Schmunzeln oder Lachen. Und Lachen ist bekanntlich gesund! Deshalb gibt es in jeder Ausgabe von Gute Pillen – Schlechte Pillen eine Karikatur. Aber Sie finden alle bisher erschienenen auch hier auf unserer Webseite. |
Gute Pillen - Schlechte Pillen: 2007/06, S. 14
Abnehmen mit Hoodia?Mehr verkauft als geerntetEs bedarf nur einer netten Geschichte, die sich um eine exotische Pflanze rankt, und schon hat man ein neues Wundermittel, das sich prima vermarkten lässt. Diesem Schema folgen auch die Anbieter der fleischigen Pflanze Hoodia: Südafrikanische Buschmänner (San) sollen bei der Jagd dank ihrer appetithemmenden Wirkung auf Nahrung verzichten können.
Manche Anbieter von Hoodia-Extrakten nutzen diese Verbrauchertäuschung inzwischen für ihre Werbung. Sie verweisen auf die gepanschten Präparate der Konkurrenz und bieten im Internet Qualitätsbescheinigungen für die eigenen Hoodia-Präparate an. Solche Zertifikate sind allerdings den Strom nicht wert, den der Bildschirm frisst. Weder sind private Institute autorisiert, die „Verkehrsfähigkeit“ der Produkte zu bescheinigen, noch können vom Hersteller veröffentlichte „Zertifikate“ die Qualität belegen. Zum Teil ist ihnen noch nicht einmal zu entnehmen, welches Institut das Formular ausgefüllt hat. Aussagekräftig wären beispielsweise Zertifikate unabhängiger Institute, die im Handel gekaufte Ware überprüfen. Übrigens finden sich im Internet bisweilen „Regeln“, auf was beim Hoodia-Kauf zu achten sei. Demnach soll man nicht nur Reinheits- und Echtheitszertifikate abfragen, die belegen, dass die Pflanzenbestandteile in der südafrikanischen Kalahari-Wüste geerntet wurden. Man soll auch nur Produkte kaufen, in denen ausschließlich das Fruchtfleisch verwendet wird. Denn nur darin sei das Molekül P57 enthalten. P57 werden die „außergewöhnlichen Erfolge“ der angeblichen Wunderdroge nachgesagt. Solche als Kaufhilfe formulierten Empfehlungen sind schlichtweg überflüssig, da für P57 kein Nutzen als Abnehmmittel durch wissenschaftliche Studien belegt ist. Der Pharmakonzern Pfizer, der 2001 die Lizenzrechte für die weltweite Vermarktung von P57 als Appetithemmer erworben hatte, gab die Entwicklung bereits nach wenigen Jahren wieder auf, ohne dass er seine Gründe hierfür öffentlich gemacht hat. Wir raten vom Kauf der für 20-40 Euro angebotenen Hoodia-Präparate ab: Die Wirksamkeit von Hoodia ist nicht wissenschaftlich gesichert. Manche „Hoodia“-Produkte enthalten nicht einmal Hoodia. Der unkontrollierte Kahlschlag der Sukkulenten bedroht zudem die natürlichen Bestände.
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