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Karikaturen bringen die Sache auf den Punkt, bieten meist einen speziellen Blickwinkel und sie bringen uns oft zum Schmunzeln oder Lachen. Und Lachen ist bekanntlich gesund! Deshalb gibt es in jeder Ausgabe von Gute Pillen – Schlechte Pillen eine Karikatur. Aber Sie finden alle bisher erschienenen auch hier auf unserer Webseite. |
Gute Pillen - Schlechte Pillen: 2007/03, S. 10
Nutzlose Geräte – Geprellte VerbraucherDie Mückenschutz-LügeStechmücken hinterlassen nicht nur juckende Pusteln auf der Haut, sondern können in manchen Ländern bedrohliche Krankheiten wie Malaria übertragen. Darum sind nutzlose Ultraschallgeräte zur Abwehr mehr als ein Ärgernis, nämlich gefährlich.
Ein besonders anschauliches Beispiel sind Ultraschallgeräte, die Stechmücken abwehren sollen. Da haben Wissenschaftler die zehn wirklich akzeptabel durchgeführten Studien zum Effekt solcher Geräte („electronic mosquito repellent“) bewertet und kommen zu dem eindeutigen Schluss, dass sie nicht nützen, rein gar nichts:1 Mit „Schutzgerät“ landen nicht etwa weniger, sondern sogar mehr blutsaugende Stechmücken auf der Menschenhaut, als bei Kontrollpersonen, die z.B. mit ausgeschaltetem Gerät oder Geräteattrappe ausgestattet waren. Doch im Internet werden solche Produkte weiterhin hochgelobt und verkauft. Dabei sind die Ergebnisse, die in verschiedenen Erdteilen, bei mehreren Mückenarten und nicht unter künstlichen Laborbedingungen, sondern im „Feldversuch“ gewonnen wurden, so ernüchternd, dass die Autoren der Bewertung schlichtweg davon ababraten, sich mit der Mückenabwehr durch Ultraschallgeräte weiter zu beschäftigen. Falsche ArgumenteEiner der Gründe ist, dass nicht einmal die Argumente für den biologischen Sinn solcher Abwehrmaßnahmen mittels hochfrequentem Schall stimmen. Meist wird nämlich argumentiert, dass die stechenden Weibchen diese Schallfrequenzen – die den Fluggeräuschen von Männchen entsprechen sollen - meiden, weil sie nach der ersten Begattung vor ihnen praktisch auf der Flucht seien. Doch das ist nicht belegt und unwahrscheinlich, denn gerade die Weibchen hören ganz schlecht, im Gegensatz zu den Männchen, die aus Fortpflanzungsgründen tatsächlich hinter ihnen her sind. Auch das Argument, dass Mücken vor Ultraschall flüchten, weil er normalerweise von ihren Feinden, den Fledermäusen, ausgesandt wird, ist nicht wissenschaftlich belegt. Schwerer als der Vorwurf der Verbraucherirreführung wiegt aber eine andere Überlegung der Wissenschaftler: Die Wenn es nur darum geht, einen juckenden Mückenstich zu vermeiden, ist das ungefährlich. Aber weltweit geht es vor allem darum, durch Mückenabwehr schwere Infektionen, zum Beispiel mit Malaria, zu verhindern. Und in diesem Sinne sind Ultraschallgeräte zur Mückenabwehr ein Gesundheitsrisiko. Will man sich vor Insektenstichen schützen, empfehlen wir wirksame, auf die Haut aufzutragende Repellentien, bedeckende Kleidung, Mückengaze an Fenstern bzw. Türöffnungen und Moskitonetze um die Schlafstelle.
Quellen
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