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Gute Pillen - Schlechte Pillen: 2007/03, S. 11

Machen Sie die Wohnung stolpersicher

Stolpern im Alter

Stolperfallen können sich für ältere Menschen verheerend auswirken. Ein Sturz passiert jedem Dritten über 65-Jährigen einmal im Jahr. Bei den über 80-Jährigen kommt er bei fast jedem Zweiten vor. Manche Tipps zur Vorbeugung lassen sich rasch umsetzen.


Knochenbrüche, besonders Brüche des Oberschenkelhalses, bedeuten längere Krankenhausaufenthalte mit Einschränkung der Beweglichkeit und Gefahr von Lungenentzündungen, Thrombosen und anderen bedrohlichen Komplikationen.

Unsicherer Gang, Gleichgewichtsstörungen, beeinträchtigtes Sehen, bauliche Mängel und Gedankenlosigkeit bei der Einrichtung der Wohnung erhöhen das Sturzrisiko. Auch Haustiere, die an unerwarteter Stelle schlummern, bedeuten eine Gefährdung. Und nicht zuletzt können Krankheiten, viele Arzneimittel, aber auch Alkohol die Gangsicherheit herabsetzen.

Viele Stürze lassen sich mit einfachen Mitteln vermeiden: Wenn Sie älter sind, überprüfen Sie Ihre Wohnung einmal bewusst auf Stolperfallen. Sollten Sie jünger sein, sehen Sie sich die Wohnung Ihrer Eltern oder Großeltern daraufhin an und regen Sie an, Stolperfallen zu beseitigen und sichernde Hilfsmittel zu nutzen. Hierzu einige Anregungen:

  • Hindernisse wie lose herumliegende oder herumhängende Kabel beseitigen.
  • Teppiche rutschfest machen und Teppichkanten befestigen.
  • Die Beseitigung anderer Hindernisse wie Türschwellen erfordert aufwändigere Maßnahmen, lässt sich jedoch bisweilen von Handwerkern relativ leicht erledigen.
  • In Badewanne und Dusche eine rutschsichere Matte einlegen und Haltegriffe montieren.
  • Ein Klappsitz in der Dusche kann hilfreich sein.
  • Lichtschalter in Zimmern und
  • Fluren müssen im Türbereich gut erreichbar und die Räume gut beleuchtet sein.
  • Bewegungssensoren für die Beleuchtung in Schlafzimmer, Flur und Badezimmer einrichten. Alte Menschen müssen nachts öfter zur Toilette. Aus Sparsamkeit, Bequemlichkeit oder weil sie den Partner nicht stören wollen, schalten sie oft das Licht nicht an. Das ist falsche Rücksichtnahme.
  • Für einen sicheren Gang sollten ältere Menschen auch in der Wohnung gutes Schuhwerk und nicht etwa an der Ferse offene Pantoffeln tragen.
  • Und nicht zuletzt: Prüfen Sie, ob die Brillen noch gut genug sind. Bisweilen werden Sehhilfen viel zu spät erneuert.

An den Kosten für bauliche Maßnahmen beteiligt sich die Pflegeversicherung bei Leistungsberechtigten bis zu einer Höhe von rund 2500.- €.

Weitere Auskünfte z.B. www.koordinierungsstellen-rundumsalter.de/pdf/Nr.%2016%20Wohnunungsanpassung.pdf

 

Arzneimittel können das Sturzrisiko erhöhen, indem sie z.B. die Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigen, Schwindel oder Kollaps erzeugen oder die Muskelspannung herabsetzen:

  • Beruhigungsmittel
  • Schlafmittel
  • Mittel gegen Depression
  • Starke Schmerzmittel
  • Blutdrucksenkende Mittel
  • Mittel gegen Allergien
  • und etliche weitere

 

Krankheit als Sturzursache

Aus den näheren Umständen eines Sturzes lassen sich Hinweise auf mögliche Ursachen des Fallens finden. Im Zweifelsfall muss im Gespräch mit dem Arzt eine sekundengenaue Rekonstruktion des Herganges zur Klärung oder weiteren ­Diagnostik führen. Hier einige Hinweise:

Ereignis    Verdacht auf....

Sturz nach dem Aufstehen aus dem Sessel, vom Bett?

    ....Blutdruckabfall


Sturz mit Arm oder Beinschwäche?

    ...Schlaganfall


Sturz, plötzlich, ohne ersichtliche Ursache?

    ...Herzrhythmus­störungen


Sturz mit Vorwarnung wie Übelkeit, Schweißausbruch?

    ...Herz-Kreislauf-Störungen


Sturz mit Krämpfen? 

   ...Epilepsie


Sturz bei Schwindel und Gangstörungen?  

  ...Erkrankungen des Nervensystems

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