Aktuelle Ausgabe GPSPAbonnierenEinzelpersonen Wer wir sindUnabhängige Information zur Gesundheit: Information pur, ohne Werbung. Die Verbraucherzeitschrift Gute Pillen – Schlechte Pillen bietet Orientierung im Pharma-Dschungel. Karikaturen
Was ist dran an den Behauptungen? Lesen Sie Testosteronmangel?
Karikaturen bringen die Sache auf den Punkt, bieten meist einen speziellen Blickwinkel und sie bringen uns oft zum Schmunzeln oder Lachen. Und Lachen ist bekanntlich gesund! Deshalb gibt es in jeder Ausgabe von Gute Pillen – Schlechte Pillen eine Karikatur. Aber Sie finden alle bisher erschienenen auch hier auf unserer Webseite. |
Gute Pillen - Schlechte Pillen: 2007/03, S. 1
Höhere Messlatte für Arzneimittelsicherheit in USARheumamittel Arcoxia® nicht zugelassenDie US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat jetzt den Antrag auf Zulassung von Etoricoxib (Arcoxia®) abgelehnt. Damit darf das Rheumamittel, das außer in Deutschland auch in 61 weiteren Ländern verkauft wird, auf dem wichtigsten Markt der Welt nicht angeboten werden.
US-Zulassung abgelehntDie US-amerikanische Behörde FDA begründet die Nichtzulassung damit, dass Etoricoxib keinen ausreichenden Vorteil in der Magen-Darm-Verträglichkeit erkennen lässt, der die Risiken der Substanzgruppe für das Herz-Kreislaufsystem aufwiegen könnte.3 Magen-Darm-Probleme, die von Schmerzen und Übelkeit bis hin zu Geschwüren, Blutungen und Durchbrüchen reichen können, sind eine wesentliche und belastende Nebenwirkung praktisch aller wirksamen Rheumamittel. Etoricoxib gehört genau wie Rofecoxib (Vioxx®) zur Gruppe der so genannten Cox-2-Hemmer. Rofecoxib musste 2004 wegen des Risikos von Herzinfarkten und Schlaganfällen vom Markt genommen werden. Die FDA fordert jetzt Studien zu der Frage, ob bestimmte Patienten von Etoricoxib mehr profitieren als von anderen Rheumamitteln. Ob die Firma die zusätzlichen Untersuchungen tatsächlich durchführen und weiterhin versuchen wird, in den USA eine Zulassung zu erlangen, ist offen.4 Durch die Entscheidung der Behörde kommt auch die Novartis GmbH unter Druck, die in den USA die Zulassung für einen weiteren Cox-2-Hemmer (Lumiracoxib) beantragt hat. Dieser ist in Deutschland bereits seit Anfang 2007 unter dem Markennamen Prexige® im Handel. Die Berater der FDA äußerten nämlich die gleichen Vorbehalte wie gegen Etoricoxib auch gegen andere Rheumamittel, die derzeit in den USA noch im Zulassungsverfahren, also noch nicht im Handel sind.3 Das heißt: Auch Novartis muss belegen, ob sein Cox-2-Hemmer im Vergleich zu anderen Antirheumatika Vorteile besitzt. Als Messlatte für neue Rheumamittel soll vor allem Naproxen (Proxen® u.a.) gelten. Dieses bereits seit 1975 erhältliche Rheuma- und Schmerzmittel wirkt sich nach heutiger Kenntnis am wenigsten schädlich auf das Herz-Kreislauf-System aus.
Neue Strategie schützt PatientenDamit zeichnet sich ein Umdenken bei der amerikanischen Zulassungsbehörde ab,da sie erstmals für neue Arzneimittel den Beleg eines Vorteils gegenüber bereits erhältlichen Mitteln fordert – zumindest im Bereich der Rheumatherapie. Bislang war für die Zulassung lediglich entscheidend, dass eine Wirksamkeit gegenüber einem Scheinmedikament festgestellt wurde oder dass ein neues Mittel bereits etablierten nicht unterlegen war. Die sich abzeichnende veränderte Strategie der FDA dürfte in den Entwicklungsabteilungen von Medikamentenherstellern für einige Unruhe sorgen. Ärzte und insbesondere Patienten werden von einem solchen Strategiewechsel jedoch profitieren. Leider gibt es aber bislang keine Anhaltspunkte dafür, dass auch die europäische Zulassungsbehörde EMEA umschwenkt und für neue Arzneimittel den Nachweis eines Vorteils gegenüber länger erhältlichen und damit in der Regel besser erprobten Mitteln fordert. Hier ist die Politik in Deutschland und Europa gefordert.
Quellen
|
Über GPSPGute Pillen - Schlechte Pillen entsteht OHNE EINFLUSS DER PHARMAINDUSTRIE und erscheint OHNE WERBUNG. Mit SucheWeitere SchlagworteArcoxia®ArthritisArthroseArzneimittelrisikenArzneimittelsicherheitEMEA (Europäische Arzneimittelbehörde)EtoricoxibFDA (Food and Drug Administration)LumiracoxibMSD (Merck Sharp & Dohm)NovartisPrexige®RheumamittelRheumamittelVioxx®Abo-BereichZuzahlung sparenWenn Sie mit einem Rezept in die Apotheke gehen, müssen Sie in der Regel 5,- € bis 10,- € zuzahlen. Doch es gibt über 11.000 Arzneimittel, für die Sie nichts zuzahlen müssen. Unsere Suchmaschine hilft Ihnen bei der Suche nach zuzahlungsfreien Alternativen.
|