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Karikaturen bringen die Sache auf den Punkt, bieten meist einen speziellen Blickwinkel und sie bringen uns oft zum Schmunzeln oder Lachen. Und Lachen ist bekanntlich gesund! Deshalb gibt es in jeder Ausgabe von Gute Pillen – Schlechte Pillen eine Karikatur. Aber Sie finden alle bisher erschienenen auch hier auf unserer Webseite. |
Gute Pillen - Schlechte Pillen: 2007/03, S. 8
Nutzen zweifelhaftGinkgo gegen Alzheimer-Krankheit?Ginkgohaltige Arzneimittel (Tebonin® u.a.) gibt es in Deutschland seit Mitte der 60er Jahre. Sie sollen bei der Alzheimer-Erkrankung helfen, die sich durch Störungen von Gedächtnis und Konzentration, Depression, Schwindel und Kopfschmerzen äußert. Außerdem sollen sie angeblich bei Durchblutungsstörungen in den Beinen und bei Ohrgeräuschen (Tinnitus) helfen. Die Anbieter ginkgohaltiger Arzneimittel werben mit der „Mystik“ und „Faszination“, die den Ginkgobaum umgibt.1
Nach den ausgewerteten Daten scheinen ältere Menschen, die ginkgohaltige Arzneimitteln einnehmen, Aktivitäten des täglichen Lebens geringfügig besser bewältigen zu können. Dies ist jedoch weder vom Ausmaß des Erfolgs her relevant noch wirklich eindeutig, denn die Studienergebnisse widersprechen sich. Ob Ginkgo-Präparate die geistige Leistungsfähigkeit älterer Menschen mit Alzheimer verbessern, konnte mangels eindeutiger Daten nicht geklärt werden. Zudem gibt es keine Hinweise dafür, dass sich Depressionen, unter denen Alzheimer-Kranke häufig leiden, durch Ginkgo biloba mildern lassen. Auch das staatliche britische National Institute for Clinical Excellence (NICE) beurteilt den Nutzen von Ginkgo biloba als fraglich.4 Diese Einschätzung deckt sich mit den Empfehlungen der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft.5
Risiken bekanntGinkgo biloba kann Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit und Brechreiz auslösen.6 Studien, in denen systematisch nach Nebenwirkungen geforscht wurde, fehlen jedoch. Menschen mit einer Alzheimer-Erkrankung sind in der Regel älter und nehmen daher oft auch weitere Medikamente ein. Wechselwirkungen mit diesen Medikamenten sind möglich. Beispielsweise kann Ginkgo-Extrakt die Wirkung von blutgerinnungshemmenden Medikamenten verstärken, die Gefahr von Blutungen steigt.6
FazitMit den bislang veröffentlichten Studien lässt sich nach den Auswertungen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) ein Nutzen von Ginkgo-Präparaten wie Tebonin® bei Alzheimer-Demenz nicht hinreichend belegen. Da Ginkgo biloba nicht frei von Nebenwirkungen ist, kann seine Anwendung bei Alzheimer-Krankheit gegenwärtig nicht empfohlen werden.
Quellen
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Über GPSPGute Pillen - Schlechte Pillen entsteht OHNE EINFLUSS DER PHARMAINDUSTRIE und erscheint OHNE WERBUNG. Mit SucheWeitere SchlagworteAlzheimer-KrankheitArzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ)Ginkgo bilobaNICE (National Institute for Health and Clinical Excellence)Abo-BereichZuzahlung sparenWenn Sie mit einem Rezept in die Apotheke gehen, müssen Sie in der Regel 5,- € bis 10,- € zuzahlen. Doch es gibt über 11.000 Arzneimittel, für die Sie nichts zuzahlen müssen. Unsere Suchmaschine hilft Ihnen bei der Suche nach zuzahlungsfreien Alternativen.
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