Aktuelle MeldungenTipps & ThemenWerbung - Aufgepasst!KarikaturenZuzahlung sparenDownloadPresseDie MacherImpressumKontakt

Aktuelle Ausgabe GPSP

Abonnieren

Einzelpersonen
Elektronisches Abo
Praxis - Set
Apotheken
Firmen, Institutionen usw.
Als Geschenk  

oder rufen Sie uns an:
Westkreuz-Verlag Tel. (030) 745 20 47

Gepanschtes

Klicken Sie auf das Bild um zu dem Artikel zu gelangen

Wer wir sind

Unabhängige Information zur Gesundheit: Information pur, ohne Werbung. Die Verbraucherzeitschrift Gute Pillen – Schlechte Pillen bietet Orientierung im Pharma-Dschungel. 

mehr ►

Karikaturen

Was ist dran an den Behauptungen? Lesen Sie Testosteronmangel?

 

Karikaturen bringen die Sache auf den Punkt, bieten meist einen speziellen Blickwinkel und sie bringen uns oft zum Schmunzeln oder Lachen. Und Lachen ist bekanntlich gesund! Deshalb gibt es in jeder Ausgabe von Gute Pillen – Schlechte Pillen eine Karikatur. Aber Sie finden alle bisher erschienenen auch hier auf unserer Webseite.

mehr ►

Gute Pillen - Schlechte Pillen: 2007/03, S. 4

Aus für Desmopressin-Nasenspray

Nächtliches Bettnässen

Viele Kinder leiden darunter, dass sie nachts unwillkürlich einnässen. Nasensprays mit dem Wirkstoff Desmopressin (Minirin® u.a.) dürfen jetzt wegen möglicher Nebenwirkungen nicht mehr verwendet werden. Wir empfehlen Methoden ohne Medikamente.


Teddy-Bär BettnässenIm Alter von fünf Jahren ist für die meisten Kinder die Zeit der Windeln vorbei. Aber jedes sechste Kind in diesem Alter macht noch gelegentlich das Bett nass. Unter den Siebenjährigen ist noch jedes zehnte betroffen. Es gibt verschiedene Ansätze, das Problem in den Griff zu bekommen (siehe Kasten). Am besten erprobt sind Wecksysteme (z.B. Klingelhosen) und Medikamente wie Desmopressin (Minirin® u.a.).

Desmopressin ist ein künstlich abgewandeltes menschliches Hormon, das die Harnausscheidung verringert. Seit Mai 2007 darf es als Nasenspray nicht mehr gegen nächtliches Bettnässen verwendet werden, sondern nur noch als Tablette. In Frankreich wurde das Nasenspray bereits 2006 zur Behandlung von Bettnässen verboten, Anfang 2007 auch in Großbritannien.1,3 In Deutschland strich nun die Ferring GmbH als erste Firma dieses Anwendungsgebiet bei Minirin® Nasenspray und Minirin® Rhinyle®.2 Alle anderen Anbieter müssen folgen.

Der Grund für die Einschränkungen liegt in einer seltenen, aber bedrohlichen Nebenwirkung: Vor allem beim Nasenspray besteht die Gefahr einer Wasservergiftung. Zu dieser Komplikation kann es kommen, weil Desmopressin in den Nieren die Urinproduktion bremst und so zu einer Flüssigkeitsansammlung im Körper führen kann.

Solche Wasservergiftungen sind meist Folge von Überdosierungen. Sie kommen besonders zu Behandlungsbeginn vor, nach Dosiserhöhung oder aufgrund von Anwendungsfehlern. Auch bei Entzündungen der Nasenschleimhaut sind die Kinder gefährdet, da dann mehr Wirkstoff in den Blutkreislauf gelangt. Wird in den Stunden nach der Anwendung von Desmopressin die Trinkmenge nicht begrenzt, erhöht auch dies das Risiko einer Wasservergiftung. Kinder mit geringem Körpergewicht sind ebenfalls stärker gefährdet.3

Alarmzeichen, die auf eine Wasservergiftung hinweisen können, sind rasche Gewichtszunahme, ungewöhnliche Müdigkeit und Appetitlosigkeit mit Übelkeit und Erbrechen. Auch Kopfschmerzen, die zum Teil mit Beschwerden wie Reizbarkeit, Verwirrtheit, Schläfrigkeit und Krampfanfällen bis hin zum Koma einhergehen, können auftreten. Sie beruhen auf einem Anschwellen des Gehirns (Hirnödem) durch den Wasserüberschuss.3

Die französische Arzneimittelbehörde rät auch bei Desmopressin-Tabletten zur Zurückhaltung. Auf keinen Fall sollen die Tabletten nur für eine kurze Zeit, beispielsweise anlässlich einer Klassenfahrt, eingenommen werden. Im Fall von Infektionen, vor allem bei Fieber und Magen-Darm-Erkrankungen, ist die Behandlung zu unterbrechen.3

Achtung: Desmopressin-haltige Nasensprays sind für andere Anwendungsbereiche nach wie vor im Handel. Wegen der potenziell bedrohlichen Nebenwirkung raten wir jedoch dringend davon ab, das Spray gegen nächtliches Bettnässen anzuwenden. Diese Warnung ist vor allem deshalb wichtig, da noch längere Zeit Packungen mit dem alten Beipackzettel im Handel sein werden – inklusive der überholten und riskanten Anwendungsempfehlung bei Bettnässen. Aus Kostengründen verzichten die Firmen meist darauf, bereits ausgelieferte Ware aus dem Handel zurückzurufen und diese mit aktuellen Gebrauchsinformationen zu versehen.

 

Quellen
1    MHRA: Risikoinformation von 18. Febr. 2007; zu finden unter www.mhra.gov.uk
2    Ferring GmbH: Rote-Hand-Brief, Mai 2007
3    arznei-telegramm 2007; 38: 50; www.arznei-telegramm.de/zeit/0705_a.php3?

 

Was hilft bei Bettnässen?*

  • Wecksysteme, die bei Nässe Alarm auslösen wie „Klingelhöschen“ oder „Klingelmatten“. Die nächtlichen Alarme stören zwar und zwingen zum Aufstehen, auch kann der Erfolg mehrere Monate auf sich warten lassen. Er hält dann aber meistens an. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen meist die Kosten bestimmter Klingelgeräte. Erfolgswahrscheinlichkeit: 5 von 10 Kindern bleiben nach einigen Monaten dauerhaft trocken.
  • Medikamente wie Desmopressin können rascher wirken als Wecksysteme, der Effekt hält allerdings nach Absetzen oft nicht an. Trizyklische Antidepressiva wie Imipramin (Tofranil® u.a.) werden auch verwendet, sind aber insgesamt schlechter verträglich als Desmopressin. Erfolgswahrscheinlichkeit der Medikamente: 2 von 10 Kindern bleiben mindestens 14 Nächte hintereinander trocken.

Hier finden Sie weitere Artikel zu verwandten Themen:

Bettnässen

Bettnässen

Minirin® Nasenspray

Wasservergiftung

Über GPSP

Gute Pillen - Schlechte Pillen entsteht OHNE EINFLUSS DER PHARMAINDUSTRIE und erscheint OHNE WERBUNG.

Mit Nur für Abonnenten! gekennzeichnete Artikel sind nur für Abonnenten zugänglich, denn unsere Leserinnen und Leser finanzieren die Zeitschrift. Für Nicht-Abonnenten sind alle Artikel frei zugänglich, die älter als zwei Jahre sind, und außerdem bestimmte Rubriken wie "Gepanschtes" und "Werbung-Aufgepasst!

Kontakt

Zuzahlung sparen

Wenn Sie mit einem Rezept in die Apotheke gehen, müssen Sie in der Regel 5,- € bis 10,- € zuzahlen. Doch es gibt über 11.000 Arzneimittel, für die Sie nichts zuzahlen müssen. Unsere Suchmaschine hilft Ihnen bei der Suche nach zuzahlungsfreien Alternativen. 

mehr ►