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Karikaturen bringen die Sache auf den Punkt, bieten meist einen speziellen Blickwinkel und sie bringen uns oft zum Schmunzeln oder Lachen. Und Lachen ist bekanntlich gesund! Deshalb gibt es in jeder Ausgabe von Gute Pillen – Schlechte Pillen eine Karikatur. Aber Sie finden alle bisher erschienenen auch hier auf unserer Webseite. |
Gute Pillen - Schlechte Pillen: 2007/01, S. 1
Neu: Grazax® Tabletten„Allergieimpfung“ gegen Heuschnupfen?Grazax® Tabletten sollen jetzt die Behandlung der Gräserpollenallergie erleichtern. Sie werden vom Anbieter als „Allergieimpfung“1 bezeichnet. Bislang gab es zur so genannten Hyposensibilisierung nur Spritzen sowie umständlich anzuwendende Tropfen.
Die Einnahme von Grazax® soll mindestens vier Monate vor dem erwarteten Beginn des Pollenflugs begonnen und während der gesamten Pollensaison fortgesetzt werden. Täglich muss eine der so genannten Sublingualtabletten unter die Zunge gelegt werden (sublingual = unter die Zunge). Dort löst sich die Tablette rasch auf. Die Allergene sollen auf diese Weise besser vom Körper aufgenommen werden als bei den Tropfen. Während sich für gespritzte Präparate ein gewisser Nutzen bei Pollenallergien nachweisen lässt (GPSP 4/2006, S. 6), sind die Wirksamkeitsbelege für sublinguale Präparate bislang ungenügend. Eine „hohe“ Wirksamkeit, wie vom Hersteller behauptet, können wir nicht bestätigen. Zwar gibt es für die neuen Tabletten zwei Studien, in denen beim Vergleich mit einem Scheinmedikament eine geringe Besserung von Heuschnupfensymptomen während der Pollenflugsaison feststellbar waren.2 Die Aussagekraft dieser Ergebnisse ist jedoch eingeschränkt, da die Studien von schlechter methodischer Qualität sind. Wichtiger wäre zudem ein Vergleich der neuen Tabletten mit den gebräuchlichen Präparaten zum Spritzen, deren Wirksamkeit bei Pollenallergie besser belegt ist. Doch solche wirklich sinnvollen Studien fehlen. 100 Tabletten kosten 372,45 Euro. Die monatlichen Kosten betragen also 113 Euro.
Quellen
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