Aktuelle MeldungenTipps & ThemenWerbung - Aufgepasst!KarikaturenZuzahlung sparenDownloadPresseDie MacherImpressumKontakt

Aktuelle Ausgabe GPSP

Abonnieren

Einzelpersonen
Elektronisches Abo
Praxis - Set
Apotheken
Firmen, Institutionen usw.
Als Geschenk  

oder rufen Sie uns an:
Westkreuz-Verlag Tel. (030) 745 20 47

Gepanschtes

Klicken Sie auf das Bild um zu dem Artikel zu gelangen

Wer wir sind

Unabhängige Information zur Gesundheit: Information pur, ohne Werbung. Die Verbraucherzeitschrift Gute Pillen – Schlechte Pillen bietet Orientierung im Pharma-Dschungel. 

mehr ►

Karikaturen

Was ist dran an den Behauptungen? Lesen Sie Testosteronmangel?

 

Karikaturen bringen die Sache auf den Punkt, bieten meist einen speziellen Blickwinkel und sie bringen uns oft zum Schmunzeln oder Lachen. Und Lachen ist bekanntlich gesund! Deshalb gibt es in jeder Ausgabe von Gute Pillen – Schlechte Pillen eine Karikatur. Aber Sie finden alle bisher erschienenen auch hier auf unserer Webseite.

mehr ►

Gute Pillen - Schlechte Pillen: 2006/03, S. 12

Lehren aus dem Vioxx®-Skandal

Zahlreiche Geschädigte in Deutschland

Im September 2004 wurde das Rheumamittel Vioxx® (Rofecoxib) wegen seiner Risiken weltweit vom Markt genommen. Aktuellen Hochrechnungen zufolge sind in Deutschland etwa 7000 Menschen geschädigt worden.1
 

reichstag und pilleAngeblich sollte Rofecoxib besser (magen-)verträglich sein als andere Schmerz- und Rheumamittel. Mit dieser Werbebotschaft erreichte der Hersteller Merck Sharp & Dohme (MSD) schnell hohe Verschreibungszahlen. Dabei war dem Konzern schon früh bekannt, dass das Medikament Herzinfarkte und Schlaganfälle auslösen kann. Aber auch in Fachkreisen wurden Bedenken, die bereits zwischen 1999 und 2001 geäußert wurden, weitgehend ignoriert.

Die Firma tat alles, die Risiken herunterzuspielen. In den USA wurden z.B. 3000 Pharmavertreter ausgeschickt, um die Ärzte zu beruhigen. Nichts wurde dabei dem Zufall überlassen: Selbst die Dauer des Händedrucks mit dem Arzt hat MSD seinen Pharmavertretern vorgeschrieben.2

Auch in Deutschland war Vioxx® kommerziell sehr erfolgreich. Von der Markteinführung im Dezember 1999 bis September 2004, als das Mittel wegen seiner Risiken vom Markt verschwand, wurden mehr als 250 Millionen Tagesdosierungen verordnet. Nach Hochrechnungen sollen durch Vioxx® hierzulande etwa 7000 Menschen einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben.1 Hätten sie einen besser verträglichen Wirkstoff wie Naproxen eingenommen, wäre ihnen dieses Schicksal vermutlich erspart geblieben.

Die Hochrechnung könnte sogar noch zu niedrig angesetzt sein: Kurz nach Abschluss der Auswertung stellte sich nämlich heraus, dass die Autoren jener Studie, die für die Risikoberechnung zu Grunde gelegt worden war, Herzinfarkte unter Vioxx® unterschlagen hatten.3

Fazit: Neue Arzneimittel sollten zurückhaltend eingesetzt und jede Nebenwirkung berichtet werden. Die Risiken sind bei Markteinführung oft nur ansatzweise abzuschätzen. Hersteller neigen dazu, angebliche Vorteile besonders herauszustellen, mögliche Risiken aber klein zu reden.

 

Quellen
1    Sawicki, P.T. et al.: Schätzung der unter Rofecoxib (Vioxx®) in Deutschland in den Jahren 2001-2004 aufgetretenen kardio- und zerebrovaskulären Ereignisse. Medizinische Klinik 2006; 101: 191-197 www.iqwig.de/index.download.07c18166a869aa0173b95d5a68328097.pdf
2    Risiken erfolgreich vermarktet. Pharma-Brief 4/2005, S. 1-2
3    Curfman,G.D.; Morrissey, and Drazen, J.M.: Expression of Concern: Bombardier et al., “Comparison of Upper Gastrointestinal Toxicity of Rofecoxib and Naproxen in Patients with Rheumatoid Arthritis,” N Engl J Med 2006; 354: 1193

 

Über GPSP

Gute Pillen - Schlechte Pillen entsteht OHNE EINFLUSS DER PHARMAINDUSTRIE und erscheint OHNE WERBUNG.

Mit Nur für Abonnenten! gekennzeichnete Artikel sind nur für Abonnenten zugänglich, denn unsere Leserinnen und Leser finanzieren die Zeitschrift. Für Nicht-Abonnenten sind alle Artikel frei zugänglich, die älter als zwei Jahre sind, und außerdem bestimmte Rubriken wie "Gepanschtes" und "Werbung-Aufgepasst!

Kontakt

Zuzahlung sparen

Wenn Sie mit einem Rezept in die Apotheke gehen, müssen Sie in der Regel 5,- € bis 10,- € zuzahlen. Doch es gibt über 11.000 Arzneimittel, für die Sie nichts zuzahlen müssen. Unsere Suchmaschine hilft Ihnen bei der Suche nach zuzahlungsfreien Alternativen. 

mehr ►