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Karikaturen bringen die Sache auf den Punkt, bieten meist einen speziellen Blickwinkel und sie bringen uns oft zum Schmunzeln oder Lachen. Und Lachen ist bekanntlich gesund! Deshalb gibt es in jeder Ausgabe von Gute Pillen – Schlechte Pillen eine Karikatur. Aber Sie finden alle bisher erschienenen auch hier auf unserer Webseite. |
Gute Pillen - Schlechte Pillen: 2006/03, S. 10
Tattoos machen Probleme bei „Rückenmark-Spritze“Nicht nur eine Frage des GeschmacksGeschwungene Tätowierungen auf dem Rücken sind bei Frauen in Mode. Sie füllen die Lücke zwischen knappem Top und tief sitzender Hüfthose, schlängeln sich von der Wirbelsäule aus nach links und rechts. Was den Körper attraktiver machen soll, kann bei einer Anästhesie jedoch zu Problemen führen.
Ärzte haben kürzlich darauf hingewiesen, dass Rückentattoos oft gerade in dem Bereich der Wirbelsäule liegen, der für die lokale Anästhesie genutzt wird.1 Die Folge: Wenn der Anästhesist mit seiner relativ dicken Nadel durch die Haut sticht, werden leicht Farbpigmente der Tätowierung in tiefere Gewebeschichten transportiert. Dort können sie unangenehme Reizungen auslösen und sowohl Entzündungen als auch Knötchen und Verdickungen bewirken (granulomatöse Reaktionen). Diverse Farbpigmente haben ein allergisches oder sogar giftiges Potenzial.2 Erst seit September 2005 unterliegen die Farben, die für Tätowierungen und Permanent make-up benutzt werden, in Deutschland der behördlichen Kontrolle. Für Tattoofarben gelten nun die Vorschriften für kosmetische Mittel. Allerdings ist die Sicherheit des Verbrauchers noch nicht gewährleistet, denn die gesundheitliche Beurteilung der Stoffe steht noch aus. Manche Tattoofarben sind pflanzlicher Herkunft, viele sind chemisch synthetisiert und Gemische verschiedener Bestandteile. Die Farben sind ursprünglich für Tintenschreiber oder zum Einfärben von Kunststoffen oder Autolack hergestellt worden.3 Etliche enthalten Schwermetalle, halogenorganische Verbindungen oder gehören zur Gruppe der Azofarbstoffe, die als krebserregend gelten. Je tiefer die Pigmente unter die Haut gelangen und je näher der Kontakt mit dem Blutgefäßsystem ist, desto wichtiger ist die Bewertung ihrer Giftigkeit. Derzeit wird empfohlen, bei einer regionalen Anästhesie nicht durch tätowierte Haut zu stechen. Das bedeutet, dass der Anästhesist ein anderes Hautsegment auswählen, mehr seitlich der Wirbelsäule einstechen oder zunächst die Haut oberflächlich einschneiden muss, damit er die Injektionsnadel unterhalb der Tätowierung setzen kann.4
Quellen
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